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Ikone der Göttliche Barmherzigkeit nach einer Vision der hl. Faustyna
privat / P. Johannes Hauck OSB, Niederaltaich.
15.06.2015

Das „Jesus-Gebet“ für den Alltag

P. Johannes Hauck OSB über die Kraft dieses Kurzgebetes.

Das Jesusgebet zielt auf tiefe Christus-Verbundenheit und darauf, dass wir so immer bewusster in der Gegenwart Gottes leben. "Letztlich geht es um einen Transformationsprozess unserer ganzen Person hin zur Theosis (Vergöttlichung)“, sagt Pater Johannes Hauck OSB, von der Abtei Niederaltaich in Bayern.

 

Hinwendung zu Gott im Gebet

Dieser Prozess beginne „mit der intensiven Hinwendung zu Gott im Gebet – in Zeiten der Stille aber auch zunehmend in Alltagssituationen“, so Pater Hauck.

 

Dazu kommen

  • regelmäßig Gottesdienste,
  • vertiefte Schriftbetrachtung,
  • geistlicher Kampf und
  • aktive Nächstenliebe,

so dass sich der Prozess schließlich auf alle Lebensbereiche ausbreitet und das Mit-und-in-Gott-Sein zu einer inneren Haltung wird, bei allem, was wir tun, sagt P. Johannes.

 

Fülle von Gebetsformeln

Gewählt kann aus einer Fülle von Gebetsformeln werden. Die ägyptischen Wüstenväter des 4./5. Jh. wiederholten z. B. unablässig

 

Psalmverse wie

  •  „Erbarme Dich mein, o Gott, nach Deiner großen Barmherzigkeit“ (Ps 51,1) und
  • „O Gott, komm mir zu Hilfe, Herr, eile mir zu helfen“ (Ps 70,1)

oder Gebetsrufe wie

  • „Jesus, hilf mir!,
  • „Herr Jesus, bewahre mich vor meiner Zunge!“

Ab dem 5. Jahrhundert kristallisierte sich die als besonders kraftvoll erfahrene klassische Form des Jesusgebets heraus:

  • „Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner!“
  • oder die Langform „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich über mich Sünder!“

Jesusgebet - intensive Anrufung Gottes

Inhaltlich entspreche „der Wortlaut dem Gebet des blinden Bartimäus“:

  • „Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!“ (Mk 10,47 parr.)

und dem Flehen des Zöllners im Tempel:

  • „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lk 18,13).

„Das Jesusgebet erwächst aus dieser Praxis der intensiven Anrufung Gottes, verleiht ihr Beständigkeit – zum Beispeil durch die Verbindung der nun immer gleichen Gebetsformel mit dem Atem – und hilft durch disziplinierte Wiederholung, den Geist zu beruhigen und zu sammeln“, erklärt Pater Hauck.

 

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