Mittwoch 14. November 2018
Entscheiden und finden

Was ist Berufung?

 

Die Evangelien zeigen die Berufung als eine Begegnung der Liebe zwischen Gott und dem Menschen. Dies ist das Geheimnis der Berufung, Geheimnis, welches das Leben eines jeden Christen betrifft.

 

In erster Linie lädt uns Gott ein, Mensch zu sein, menschlicher zu werden, letztlich: zu lieben.

Auf diese „Grundberufung“ aufbauend, lädt uns Gott ein, in Freundschaft mit Jesus Christus zu leben, das heißt auf seinen Geist, den Geist Gottes zu hören und unser Leben auf Christus hin zu orientieren. Die christliche Taufe ist der bleibende Anfang und Ausdruck dieser Weise zu leben und somit die erste Berufung eines jeden getauften Menschen.
 
Schließlich sind wir alle von einer, Tief in unserer Seele liegender Sehnsucht bewegt zu wissen, welche Form unser Leben als Christ einnehmen soll. Was ist meine Lebensaufgabe? Das ist meine persönliche, einmalige Berufung. Gott gibt keine Begründung ab, warum er mit einzelnen Menschen besondere Wege geht. Wir wissen aus der Bibel, dass hinter dem Ruf Jesu Christi zu einer besonders innigen Freundschaft mit ihm, die Erwählung durch Gott steht.
 
Die Berufung ist ein Geschenk Gottes
 
Gott ist immer derjenige der einlädt/beruft. Er macht immer den ersten Schritt zu uns. Wir können uns nicht selber berufen, sondern Gott lädt uns ein, in Freiheit und Freude auf sein Angebot zu antworten. Kirche heißt auf Alt-Griechisch „ek-klesia“, die „Heraus-Gerufenen“, die Zusammengerufenen, die Aufgerufenen. Alle Christen, alle suchenden Menschen sind damit von Gott beschenkte. Nicht weil wir besonders gut sind, sondern weil Gott uns liebt.

Gott wirbt um dich

Der heilige Augustinus schreibt einmal: „Die Sehnsucht Gottes ist der lebendige Mensch“. Er will dass du lebst, dass du glücklich bist. Er zwingt dir seinen Willen nicht auf, sondern lässt dich wählen. Du sollst sogar wählen, denn nur so kannst du in Freiheit deine Entscheidung treffen. Er geht mit dir, wenn deine Wahl im Rahmen der Gebote und des Guten liegen. Gleichzeitig wirbt er um dich. Er lockt dich zu  Bindung an ihn und einer selbstloser Hingabe an die Menschen. Die Berufung ist durch eine innige Freude an der Gegenwart Gottes in deinem Leben zu erkennen.

Gott überfordert nicht

Sein Ruf in die engere Nachfolge ist oft eine Herausforderung, aber nie eine Überforderung. „Die Gnade baut auf der Natur auf“ ist ein Grundsatz der Theologie. Unsere natürlichen Grundlagen, Sehnsüchte und Talente werden aufgebaut und entfaltet, niemals unterdrückt oder verleugnet.

Gott begleitet dich

Die Berufung ist selten eine Erleuchtung, wie bei Paulus, als er auf dem Weg nach Damaskus vom Pferd geworfen wurde.
Gott will ein freiwilliges JA. Er sagt nur: „Wenn du [in der Liebe] vollkommen sein willst ...“ (Mt 19, 21).
Er will dich nicht durch außerordentliche Taten beeindrucken. Vielmehr offenbart er seinen Willen im Alltag, in den Begegnungen mit Menschen, im lesen der Heiligen Schrift, im Gebet und feier der Liturgie, in den Zeiten der Anbetung, wo du allein vor ihm stehst und nichts Tun musst. Meistens geschieht die Begegnung in großer Stille. Denke an Elias, der Gott im Säuseln der Stille erkannt hat. (1Kön 19, 12)

Das Erwarten einer außerordentlichen Klarheit kann eine Berufung, unter Umständen gefährden.
Du kannst ganz sicher sein: Wenn Gott Dich zur engeren Nachfolge beruft, dann findet er auch den Weg, dass Du diese Einladung hören kannst.

Berufungscoaching

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