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Niko unterwegs zum Ziel

Eine Kirchenmausgeschichte
Kurzinhalt:

Eine Kirchenmausgeschichte

 

Erschienen im Movi #1 (01/2017)



Beschreibung:

„Opa, wann sind wir endlich da?“ Niko-Maus ist mit seinem Opa wandern. Ihr Ziel ist die Speckbacher-Hütte. Der Name klingt für eine Kirchenmaus wie Niko sehr verlockend. Aber der Weg dorthin wird immer länger und seit ein paar Minuten hört Niko seinen Magen knurren.

„Es kann nicht mehr weit sein“, antwortet Opa seinem Enkel. Etwas ratlos schaut er dabei auf die Wanderkarte. „Ich verstehe nur nicht, warum da ein Weg nach rechts abzweigt. Den gibt´s auf meiner Karte nicht. Dafür sollte hier irgendwo ein Kreuz oder ein Bild sein – aber das sehe ich auch nicht. Niko, ich glaube, wir haben uns verirrt.“

Niko lässt seinen Rucksack von den Schultern rutschen und setzt sich an den Wegrand. „Nicht wirklich, Opa! Das ist nicht lustig. Ich bin müde, meine Füße tun weh und ich hab Hunger!“

„Nein, Niko, das ist kein Scherz, ich weiß wirklich gerade nicht, wo wir sind. Hast du nicht vielleicht so eine App auf deinem Handy, die unseren Standort bestimmen kann?“ Niko seufzt. Sein Smartphone liegt zu Hause, weil er heute ganz bewusst einen Tag lang nur mit Opa unterwegs sein wollte. Und Opa hat ein Seniorenhandy und kein Smartphone.

Gemeinsam beugen sich die beiden über die Karte und versuchen herauszufinden, welchen Weg sie gegangen sind. Vom Bahnhof ein langes Stück durch den Wald, dann eine Weile bergauf, an zwei markanten Stellen die linke Abzweigung…

„Weißt du was, Opa? Ich hab noch eine halbe Semmel und einen Apfel. Essen wird doch einfach einmal was!“ Beide kramen in ihren Rucksäcken. Opa findet noch etwas Käse, zwei Müsli-Riegel und die Wasserflasche. Wirklich satt werden sie nicht, aber mehr ist nicht da und fürs Erste reicht es schon. „Wenn´s nur nicht zu regnen beginnt!“ Opa-Maus schaut besorgt zum Himmel. „Das würde uns jetzt gerade noch fehlen! Los, Niko, wir müssen weiter! Oder sollen wir lieber umdrehen und zurückgehen?“

Niko packt zur Sicherheit den Regenschutz ganz oben in den Rucksack. Nein, aufgeben und zurückgehen will er jetzt ganz sicher nicht. Er will möglichst schnell diese Hütte finden und sich dort mit einem Speckbrot belohnen!

„Ja, ja“, sagt Opa, während die beiden wieder losmarschieren, „es gibt Leute, die behaupten, der Weg ist das Ziel!“ „So ein Blödsinn“, Niko schüttelt den Kopf. „Der Weg ist da und das Ziel ist irgendwo. Der Weg kann nicht das Ziel sein!“

Opa ist froh, dass Niko auf dieses Thema einsteigt. Hoffentlich lenkt ihn das eine Weile davon ab, dass ihm die Füße wehtun! Er hält dagegen: „Ich glaube, der Spruch will eigentlich was Anderes sagen. Nämlich, dass es schön ist, unterwegs zu sein und in Bewegung zu bleiben. Du glaubst gar nicht, wie oft das die Ärzte zu uns Senioren sagen: dass wir uns genug bewegen sollen, jeden Tag spazieren gehen und so…“

Niko schnaubt: „Das sagt unser Schularzt auch ständig! Aber es ist doch ein Unterschied: Am Sportplatz immer im Kreis zu laufen finde ich viel mühsamer, als mit dir hier zu wandern. Wenn ich ein Ziel habe, dann bewege ich mich viel lieber!“

„Das schon“, stimmt Opa ihm zu. „Aber vielleicht will dieser Spruch ja auch einfach sagen, dass das Unterwegs sein wichtig ist und schön sein kann. Es passiert doch auch unterwegs viel. Wir reden miteinander, wir machen uns gegenseitig Mut. Ich bin mir sicher: Das Speckbrot auf der Hütte wird uns viel besser schmecken, als wenn wir einfach mit dem Autobus zum nächsten Gasthaus gefahren wären. Aber noch haben wir unser Ziel ja sowieso nicht ...“

„Trotzdem.“ Niko ist sich ganz sicher. „Wir suchen gerade den Weg zum Ziel. Und ohne Ziel wäre es nur irgendein Weg und der wäre genauso öd wie die Sportplatz-Runden…“

Opa stellt sich Niko vor, der schwitzend und gelangweilt Runden am Sportplatz läuft und dabei mit seinem Turnlehrer diskutiert, bis ihm die Luft ausgeht – und er muss schmunzeln. Trotzdem hat er noch einen Einwand: „Und wenn das Ziel zu weit weg ist? Oder wenn wir einen falschen Weg erwischt haben und woanders hinkommen?“

Darüber denkt Niko ein paar Minuten nach, bevor er antwortet: „Dann haben wir es wenigstens versucht. Wir hatten ein Ziel und wir haben es probiert. Wenn man einen falschen Weg geht, dann muss man eben umkehren. Aber das ist alles besser, als ohne Ziel unterwegs zu sein!“

Die beiden Wanderer waren so ins Gespräch vertieft, dass sie die Wegweiser zur Speckbacherhütte, in den letzten Minuten gar nicht gesehen haben. Jetzt lichtet sich der Wald. Sie kommen auf eine Weide mit Kühen – und am anderen Ende der Wiese steht die Hütte! Niko jubelt und er läuft das letzte Stück.

Ja, wenn man am Ziel ist, vergisst man schnell, dass der Weg nicht nur schön, sondern auch mühsam war.

Niko hält Opa die Hüttentür auf. Warme Luft, die nach leckerem Essen duftet, schlägt ihnen entgegen.

„Also, Opa, wie ist das jetzt?“ fragt Niko schelmisch: „Ist der Weg das Ziel und gehst du lieber weiter? Oder ist doch das Ziel das Ziel und kehren wir hier ein?“

Da gibt es jetzt auch für Opa keinen Zweifel: „Wir kehren ein! Und ich brauch jetzt nicht nur ein Speckbrot, sondern auch einen Kaiserschmarrn!“

 

Impulsfragen

Zu welchen Zielen bist du unterwegs?

Auf welche Hindernisse stößt du dabei?

Wo bist du nahe dran, aufzugeben? Und was hilft dir beim Durchhalten?

Judith Werner

 

 

Download: hier findest Du diese Geschichte nochmals als PDF zum Downloaden und Ausdrucken!

 

 

Weitere Geschichten findest Du auch in der Materialsammlung der Ministrantenseelsorge der Erzdiözese Wien.


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