Tuesday 18. May 2021

Dr. Ewald Huscava

Pfarrvikar der Gemeinde

Donaucitykirche

Evangelium von heute Joh 17,1-11a In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und...

Blitzlicht: Ein Buch der Geschichte?

 

 

Die „Bücher der Geschichte“ (Josua, Richter, Samuel, Könige, Esra, Chronik) heißen in der jüdischen Tradition die „Vorderen Propheten“ – sie sind eben keine Geschichtsbücher, sondern reflektieren die Geschichte des Volkes Israel unter dem Gesichtspunkt: „Wie wirkt Gott in der Geschichte?“ (und nicht, wie Historiker fragen würden: “Was ist wann und wo geschehen?“)

 

In der christlichen Tradition sind die Bücher Samuel, Könige und Chronik in jeweils zwei Teile „zerlegt“, Esra steht im Gegensatz zur jüdischen Anordnung erst nach der Chronik und ist geteilt in die Bücher Esra und Nehémia.

 

Die heutige Lesung stammt aus dem Buch der Chronik – ein Name, den Martin Luther diesem Werk gegeben hat. Es ist das jüngste der „Geschichts“bücher, entstanden um 300, doch es erzählt von Ereignissen, die mehr als 200 Jahre früher geschehen sind. (Kyrus erlaubte 538 die Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft, der Tempel wurde 515 eingeweiht.)

 

Die Geschichte wird in einem Tun-Ergehen-Zusammenhang gesehen: ein guter König hat Erfolg, ein schlechter Misserfolg. Im Mittelpunkt des Interesses stehen der Tempel in Jerusalem und die beiden Könige, die an seiner Errichtung beteiligt waren: David und Salomo. Alles andere wird nur gestreift, die Geschichte des Nordreichs fällt überhaupt unter den Tisch, von Interesse ist nur Judäa, weil ja dort der Tempel steht.

 

Die heutige Lesung beginnt mit einer Verurteilung des Verhaltens des letzten Königs und des ganzen Volkes. Wichtig ist aber, die rettende Perspektive am Ende der Lesung in den Blick zu nehmen: die Befreiung aus dem Exil, die Gott – so die Chronikbücher – durch die Hand des persischen Königs Kyrus wirkt.

 

Eva R.

 

Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.

 

"Maria, meine liebste Mutter, gib mir Dein Herz, so schön, so rein, so unbefleckt, so voll Liebe und Demut."
Mutter Teresa
Teilgemeinde Donaucitykirche
Donau-City-Straße 2
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