Wednesday 12. May 2021

Dr. Ewald Huscava

Pfarrvikar der Gemeinde

Donaucitykirche

Evangelium von heute Joh 16,12-15 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles...

Blitzlicht: Jubel und Verurteilung

 

 

Die Menschen jubeln Jesus zu – und kurz darauf schreien sie: „Kreuzige ihn!“ Wie ist das möglich?

 

Zum einen waren es wohl nicht dieselben Menschen, von denen wir hier hören. Genauso wie im März 1938 „die Menschen“, von denen wir hören, von deren Jubel am Heldenplatz es Bilder gibt, nicht identisch waren mit jenen, denen überhaupt nicht nach Jubel zumute war und von denen man nichts sah und hörte.

Zum anderen müssen wir uns erinnern, was Jesus gesagt und getan hat. Er hat Kranke geheilt. Dafür war man ihm dankbar, dafür hat man ihn bejubelt. Da wurde wohl auch kritisiert, dass er doch seine Heilungen nicht ausgerechnet am Sabbat durchführen sollte, aber prinzipiell war niemand dagegen, dass er heilte.

 

Er hat gelehrt und die Leute haben ihm zugehört. „Schön hat er gepredigt!“ haben sie wohl zu einander gesagt. Das bedeutet nicht, dass sie sich alle und sofort nach seinen Weisungen gerichtet haben, aber sie haben jedenfalls keinen Anstoß an seinen Worten genommen, so wie auch wir die Bergpredigt „schön“ finden können, ohne sie als Handlungsanweisung für unser eigenes Leben zu verstehen.

 

Aber er hat noch mehr gesagt. Er hat sich als Messias bezeichnet, und die Menschen haben das entweder falsch verstanden oder sie waren entsetzt über diese Anmaßung. Er hat rational nicht nachvollziehbare Äußerungen getan wie „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brote isst, wird in Ewigkeit leben…“ Und da hört die Toleranz auf. „Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“ (Joh 6) Dass jemand sich göttliche Vollmacht zuspricht, musste vielen als Gotteslästerung erscheinen. Was glaubt der, wer er ist?

 

Was glauben wir, wer er ist? Ein guter Mensch, ein großer Weisheitslehrer, oder – wie schon die ersten Christen bekannten – der Sohn Gottes?

Eva R.

 

Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.

 

„Mit Gott verliert man nichts, aber ohne ihn ist alles verloren.“
Papst Franziskus
Teilgemeinde Donaucitykirche
Donau-City-Straße 2
1220 Wien

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