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21.03.2014 · Fastenzeit & Ostern

Fastenzeit: Gib mir ein dankbares Herz

Freude in der Fastenzeit

Suchen wir nach der schönen Seiten im Mitmenschen. Fragen wir uns: Wofür kann ich Gott selbst an diesem Menschen danken?!

Pater Karl Wallner im SONNTAG: Die Fastenzeit ist eine Chance, die wir nützen sollen, um neue Perspektiven zu gewinnen. Wir sind leider so veranlagt, dass wir an unserem Mitmenschen oft nur das Negative sehen.

Wir sind wie fixiert darauf, bei unseren Nachbarn und Kollegen, ja selbst bei den Menschen, die wir lieben, immer nur das Dunkle und Verkehrte zu bemerken. Die Fastenzeit soll uns helfen, das Schöne und Positive ins Auge zu fassen.

 

So wie die Sonne an Kraft zulegt, so wollen auch wir uns von unserer eingedunkelten Sicht unserer Mitmenschen verabschieden. Dazu brauchen wir ein Herz, das dankbar ist. Der Apostel Paulus schreibt: „In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!" (Kolosser 3,15).

 

Es ist schön, wenn man positiv denken kann. Wir leiden unter uns selbst, wenn wir immer nur das Negative an anderen sehen.

 

„Professionalität im Jammern"

An unserer Hochschule in Heiligenkreuz studierte vor einigen Jahren ein Priesterstudent aus Bayern, der eine originelle Vorgeschichte hatte: Vor seiner Berufung war er Fleischhauer.

 

Aus seinem früheren Beruf hatte er eine beeindruckende Rundlichkeit mitgebracht, nicht nur in seinen Körperformen, sondern auch im Bezug auf seine stets heitere Seele. So gut wie nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen.

 

Wenn Kirchenleute zusammensitzen, geht es oft sehr schnell um „die anderen". Da gibt es soviel zu kritisieren, soviel zu bejammern und nicht nur in den Seminaren ist das so: In der Kirche haben wir eine Art „Professionalität" für das Jammern entwickelt. Man hat fast den Eindruck, als würde es uns Lust bereiten, über das „Schreckliche" in der Pfarre, in der Kirche, in der Welt und gleich im Kosmos insgesamt zu klagen.

 

Wenn also in Gesprächen eine solche Situation des Jammertals entstanden war, hatte der Student, der mittlerweile ein gestandener Pfarrer ist, den interessanten Spruch parat: „Tuats euch net owa!" Wörtlich heißt das: „Tut euch nicht hinunter", also: Macht euch nicht fertig.

 

Bei uns im Österreichischen sagt man: „Tu dir nix an!" Aber das Bayrische „Tua di net owa" gefällt mir besser. Es entlarvt nämlich das Wesen des Kritisierens und Lamentierens: Man zerstört dadurch seine eigene Lebensfreude, man „tut sich selbst hinunter", indem man das Niveau des eigenen Lebensglücks absenkt.

 

Wer positiv denkt, wird Positiv

Wer positiv denkt, wird dann auch positiv reden. Die Betrachtung über die „böse Zunge" im 3. Kapitel des Jakobusbriefes ist eine gute Gewissenserforschung. Dort heißt es: „Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind. Aus ein und dem selben Mund kommen Segen und Fluch" (Jakobusbrief 3,9f).

 

Das Schlecht-Sprechen über andere ist ein zweischneidigen Schwert: Wir schneiden dadurch nicht nur dem anderen etwas an Ehre ab, sondern wir schneiden uns selbst ins  Fleisch. Menschen, die negativ reden und denken, sind nicht beliebt.

 

Uns Christen ist es natürlich nicht aufgetragen, nur mit einer rosaroten Brille durchs Leben zu laufen. Eine humorvolle Erzählung weiß von einem frommen Klosterbruder, der in seinem Klosterleben sosehr darin gereift war, in allem immer nur das Gute zu sehen, dass nie mehr ein hartes verurteilendes Wort über seine Lippen kam.

 

Wenn andere jammerten, dann lobte er. Wenn andere kritisieren, dann pries er das Gute. Das war den Mitbrüdern dieses Klosterbruders schon unheimlich, sodass sie ihm eine Falle stellen wollten.

 

Sie fragten ihn: Und was sagst du über den Teufel? Nur kurz überlegte der gütige Bruder, um dann zu antworten: „Eines muss man dem Teufel lassen: Eifrig ist schon!"

 

Auf der Suche nach den schönen Seiten

So übertreiben müssen wir es natürlich nicht mit dem positiven Denken. Wir Christen dürfen Realisten bleiben.

 

Es ist uns erlaubt schwarz schwarz zu nennen und weiß weiß. Ich möchte Sie keineswegs dazu einladen, naiv und blauäugig das Negative zu übersehen. Doch wenn wir bei anderen auf etwas Falsches stoßen, sollen wir zugleich nachdenken, ob es nicht auch etwas Gutes und Gelungenes gibt.

 

Mein Tipp: Suchen wir nach der schönen Seiten im Mitmenschen. Fragen wir uns: Wofür kann ich Gott selbst an diesem Menschen danken?!

 

Eine Ordensschwester litt einmal sehr unter den Eifersüchteleien und Sticheleien einer Mitschwester. Sie gestand mir verschmitzt: Es ist oft zum Davonlaufen, aber ich habe etwas gefunden, wie ich es aushalten kann. Immer, wenn sie wieder ärgert, sage ich einfach still im Herzen zu ihr: „Sei hochgelobt in Ewigkeit, du Schleifstein meiner Heiligkeit."

 

 

(35286)

erstellt von: Pater Karl Wallner / der Sonntag
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Gebet

Herr Jesus Christus,
es fällt mir oft so schwer,
meine Brüder und Schwestern zu
lieben
wie Du es ge
boten und vorgezeigt hast,
weil ich fixiert bin auf ihre Fehler und Schwächen.

Ich erbitte von Dir die Gnade,
dass ich urteile, ohne zu verurteilen.

Bitte schenk mir
ein dankbares und fröhliches Herz
und lass mich in allen das Gute erkennen,
das Dein göttlicher Vater i
n
jedes Seiner Geschöpfe gelegt hat.

Amen.

(P. Karl Wallner)

 


Pater Karl Wallner

Pater Karl Wallner

ist Rektor der Hochschule „Benedikt XVI.“ in Heiligenkreuz.

 


Fastenrezepte

Mit 40 Rezepten aus Orden durch die Fastenzeit


Vorsätze in der Fastenzeit

Fastenzeit - 40tägige Vorbereitungszeit auf Ostern


Ostern - Jesus ist auferstanden!

Ostern - Jesus ist auferstanden!

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Feier im Rahmen der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen

Impressionen aus dem Wiener Stadttempel der Israelitischen Kultusgemeinde

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Kirchen in ganz Österreich begehen den Tag des Judentums mit Gottesdiensten und Veranstaltungen, die den jüdischen Ursprung des christlichen Glaubens in den Mittelpunkt stellen. Der zentrale Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen wird in der Wiener armenisch‑apostolischen Kirche St. Hripsime gefeiert.

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In neun Tagen ist es so weit, und mehrere hundert Mitwirkende und freiwillige Helfer bereiten schon auf Hochtouren die Bischofsweihe und Amtseinführung von Josef Grünwidl als nächstem Wiener Erzbischof vor.

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KREUZWEG der Hoffnung für die ganze Schöpfung

KREUZWEG der Hoffnung für die ganze Schöpfung

Das Heilige Jahr steht im Zeichen der Hoffnung. Die Texte des Kreuzwegs sind bewusst kurz gehalten. Eine längere Zeit der Stille zwischen den Stationen hilft, die Texte und Bilder nachklingen zu lassen.

The picture contains a platter of colorful fruits, kitchen utensils like blender, cutlery, bowls, knives, cutting board and pans.

Fastenzeit: Orden laden Interessierte zum "Innehalten und Aufbrechen"

Von Gemüse-Sushi-Fasten bis klösterliche Fastenwochen, stille Exerzitien und biblische Besinnungstage - wie Ordensgemeinschaften Menschen auf dem Weg zu innerer Einkehr und Erneuerung begleiten.

Fastenkalender 2025: Mit Gott wachsen

Fastenkalender 2025: Mit Gott wachsen

Der Steyler Fastenkalender 2025 lädt ein, in der Fastenzeit Körper, Geist und Seele wachsen zu lassen. Mit dem Spendenerlös wird ein Baumpflanzprojekt in Togo unterstützt.

Grass blossom in the morning

Dominikaner laden zur Vortragsreihe „Fasten im Jubeljahr“ ein

In der Fastenzeit dieses Jahres, das die Kirche als Jubel- oder auch „heiliges“ Jahr begeht, laden die Dominikaner an fünf Abenden, zu der Vortragsreihe „Fasten im Jubeljahr - Ökologische Gerechtigkeit als biblisches Anliegen“ ein.

San Giorgio in Velabro: Eine Kirche zwischen Legenden und Geschichte

Der zweite Tag der Fastenzeit beginnt in Rom in San Giorgio in Velabro, einer mittelalterlichen Kirche am Fuße des Palatin. Sie erzählt eine Geschichte, die tief in die Mythen und Traditionen Roms eingebettet ist. Hier verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise.

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