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Picus Verlag
28.07.2018

Körper, Geist und Seele erfrischen

Summer in the city – wir wollen Körper, Geist und Seele erfrischen.

 

Die wichtigsten Dinge gleich vorweg: Die Dominikanerkirche ist die kühlste Kirche, die wir finden konnten. In der Jesuitenkirche haben wir gesehen, wie spannend es sein kann, wenn Tradition und Moderne nahe miteinander in Verbindung stehen. In der Franziskanerkirche haben wir ganz zufällig bemerkt, wobei ein Smartphone helfen kann. In der Augustinerkirche haben wir Geschichte geradezu eingeatmet. Und in der Michaelerkirche wurde uns klar, dass es manchmal in der Kirche Rosen regnen kann. Nebenbei haben wir einen Basilisken entdeckt und gemerkt, wie lohnend es sein kann, nicht immer auf den bekannten Wegen zu gehen. Aber eines nach dem anderen.


Das Abkühlen beginnt

Die Dominikanerkirche steht gleich am Beginn unseres Nachmittages, an dem wir Körper, Geist und Seele erfrischen wollen. Und den Körper zu erfrischen, das funktioniert hier schon gleich beim Hineingehen.

 

23 Grad, 10 Grad weniger als draußen, zeigt die Anzeige unseres Datenloggers an, den wir mitgebracht haben, um die Temperaturen in den Kirchen, messen können. „Hier sitzen zu bleiben, vielleicht ein kurzes Gebet zu sprechen oder eine Kerze anzuzünden, das ist sicherlich sehr fein - in vielerei Hinsicht“, sagt Tobias.

 

Sagenhaftes Wien

Zu unserem nächsten Ziel der Jesuitenkirche kommen wir über die Schönlaterngasse. Die Sage über den Basilisken kennt mein Sohn schon lange. Den Basilisken zu suchen, macht ihm noch einmal mehr Spaß. In einer Nische entdeckt Tobias die Darstellung jener sagenhaften Kreatur, die beim Anblick des eigenen Spiegelbildes verendet ist.


Nur wenige Schritte davon entfernt steht die Jesuitenkirche. Uns ist mittlerweile wieder ziemlich heiß geworden. „Ich freu mich auf die nächste Kirche“, sagt Tobias: „Da können wir uns wieder abkühlen. In der Jesuitenkirche bleibt mein Kind erst einmal mit großen Augen stehen. Soviel bunten Stein, so viel Gold hat er noch nicht oft in seinem Leben gesehen. Seine Aufmerksamkeit erregt aber vor allem der moderne Ambo und Altar, in schlichtem grau gehalten. Tradition und Moderne an einem Ort, unmittelbar nebeneinander. Meinem Kind gefällt dieser Kontrast. Die Temperatur in diesem Barockjuwel übrigens 26 Grad.

 

Auf Schleichwegen durch die Stadt

Es geht weiter über die engen Gässchen der Innenstadt, durch die Blutgasse bis zum Franziskanerplatz.

 

Warum die Blutgasse, Blutgasse heißt will Tobias, der Gruselfan wisse. Ich erzähle von angeblichen Morden, die hier passiert sein sollen und weniger spektakulären Geschichten wie jener, die besagt, dass hier einst eine riesige Blutbuche gestanden haben soll. Woher der Namen genau kommt, wisse man aber nicht. „Eigentlich finde ich es schön, dass es auch noch Sachen gibt, die man nicht weiß“, sagt Tobias.


In der Franziskanerkirche angekommen fällt Tobias eine junge Frau auf, die auf ihr Handy schauend in einer der Bänke sitzt und offensichtlich betet. Er staunt: Wofür ein Handy alles nützlich sein kann. Ach ja und natürlich messen wir auch hier die Temperatur: 27 Grad.


Die Michaelerkirche soll unsere nächste Station sein. Aber durch die Karawanen von Touristen wollen wir uns nicht drängen. Wir gehen deshalb „hinten herum“ durch die Ballgasse und dann weiter durch die Rauhenstein- und die Himmelpfortgasse über den Neuen Markt, die Planken- und die Stallburggasse.


Was uns gleich auffällt, als wir die Michaelerkirche betreten, sind die vielen Menschen, die hier sitzen und beten oder dem Organisten zuhören, der sich wohl für eine der kommenden Messen vorbereitet.

 

Ich kann Tobias Aufmerksamkeit auf das „Heiliggeistloch“ lenken, eine Öffnung hoch oben im Gewölbe aus dem es zu Pfingsten Rosenblätter regnet, die das Herabkommen des Heiligen Geistes symbolisieren. Von der Temperatur her, ist auch die Michaelerkirche äußerst angenehm: 25 Grad.


Österreichische Geschichte

Als wir aus der Kirche kommen, schaue ich auf die Uhr. Drei Stunden sind wir bereits unterwegs und damit wir erfrischt bleiben, werden wir unsere Tour wohl langsam beenden.

 

Eine Kirche wollen wir aber noch „mitnehmen“: Die Augustinerkirche am Josefsplatz. Mein geschichtlich interessiertes Kind, weiß, dass die Augustinerkirche die ehemalige k. k. Hofkirche ist, in der große Feiern und Ereignisse des Hauses Habsburg stattgefunden haben und freut sich daran. Heute allerdings begeistern ihn noch mehr die äußerst angenehmen Temperaturen von 26 Grad.


Offene Kirchentüren

„Es ist schön, wenn man einfach in Kirchen hineingehen kann“, sagt Tobias als Resumée für den heutigen Ausflug: „Wenn jemand beten möchte oder eine Kerze anzünden und das jederzeit kann. Und an heißen Tagen, wie heute, kann man sich hier sogar von der Hitze draußen erholen.“