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29.10.2014

Maria Loley: "Nächstenliebe als Gottesdienst"

Maria Loley: "Gott war bei meiner Arbeit immer dabei."

Sie ist die personifizierte Mitmenschlichkeit, die ihre ganze Kraft aus dem Glauben schöpft. Am 22. November wird sie 90 Jahre alt: Maria Loley. "Der Sonntag" hat sie besucht.

DER SONNTAG: Maria Loley, Sie werden am 22. November 90 Jahre alt. Wofür sind Sie besonders dankbar?


Maria Loley: Besonderer Dank erfüllt mich, wenn ich bedenke, wie sehr Gott bei meinem Beruf als Fürsorgerin immer "dabei" war. Wenn ich in meinem Beruf mit Menschen gesprochen habe, habe ich sehr oft gespürt, Gott ist in diesem Gespräch mit „dabei“.

Sie haben sich von 1945 an bei der Betreuung von Flüchtlingen engagiert. Warum?


Maria Loley: Wenn jemand flüchten muss, dann ist er in einer besonderen Armut und verdient in besonderer Weise Zuwendung. Denn eine Heimat verlassen heißt, eine Herz-Mitte verlassen. Deshalb habe ich mich bei Flüchtlingen besonders bemüht, sie eine gewisse Geborgenheit spüren zu lassen: Ich bin da. Aus großer Verantwortung heraus. Sodass einmal ein Moslem gesagt hat: Wir haben nur mehr Gott und die Maria. Ich behaupte, er hat damit die Muttergottes gemeint. Muslime legen großen Wert darauf, dass ihre Liebe zur Jungfrau Maria geachtet wird.

Welche Bedeutung hat die  "Bewegung Mitmensch – Flüchtlingshilfe Poysdorf" für Ihr Leben?


Maria Loley: Dass ich mich hier der Mitmenschlichkeit voll gewidmet, verschrieben habe. Dies war nicht nur an einen bestimmten Zeitabschnitt gebunden, sondern das war mein Leben und wurde immer mehr mein Leben. Das heißt, dass der Mitmensch mit Gott in eine Einheit gebracht werden muss. Wenn ich mich dem Mitmenschen widme, dann habe ich den Auftrag von Jesus ausdrücklich erfüllt, der sagt: 2Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan." Oder eben nicht getan. Diesen Dienst am Mitmenschen habe ich immer als einen Gottesdienst verstanden.

Am 16. Oktober 1995 wurden Sie Opfer einer Briefbombe. Denken Sie manchmal daran?


Maria Loley: Kaum mehr. Wenn ich ungeschickt hantiere, weil  mir der Zeigefinger fehlt, dann denke ich schon: Er geht mir ab, ich habe was verloren. Aber das sind flüchtige Momente. Ich sehe das Ganze als vergangen an.

Sie haben dem Attentäter verziehen?

 

Maria Loley: Ja! Das ist eine einzige Folgerung: Wenn ich Christ bin und das Vaterunser bete und dabei nicht verzeihe, dann lüge ich mit dem Vaterunser Gott an. Jesus sagt sinngemäß, dass keiner sein Jünger sein kann, der nicht von Herzen seinem Bruder verzeiht.

 

Was halten Sie von Österreichs Umgang mit dem Thema "Fremde" und "Asyl"?


Maria Loley: Es verbindet sich damit auch ungeheuer viel Verantwortungslosigkeit. Wenn ich nur daran denke, was im Alten Testament über den Fremdling, den Fremden steht, über den Umgang mit ihm. Dann ist das eine Aufforderung von Gott, mit den Fremden in besonderer Verantwortung umzugehen. Wie gehe ich um mit dem Fremden? Heute geht es zu wenig um den Sinn dessen, was die Alten schon gedacht und empfunden haben. Die alten Chinesen haben schon 4000 v. Christus eine Weisheit geprägt: "Es kommt im Leben nur darauf an, sich selbst an die zweite Stelle zu setzen." Wenn das manche Politiker bedenken würden, was mit dieser Weisheit gefordert ist, dann würden sie anders handeln.

Sie sind auch im Ruhestand aktiv und kommen selbst nicht zur Ruhe: Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?

 

Maria Loley: Einzig und allein aus der Eucharistie.  Jesus ist meine Kraft, er hält mich, er stärkt mich.

 

Wenn Sie in wenigen Sätzen das Christentum erklären müssen, wie würden diese Sätze lauten?

 

Maria Loley: Dem Beispiel Jesu folgen. Ich habe das ganz bewusst getan. Ich habe meinen Dienst als Fürsorgerin, der gesetzlich geregelt war mit Paragraphen, orientiert am Evangelium, an den Worten Jesu. Ich wurde gefragt nach dem Wortlaut des Gesetzes und ich habe das mit dem Evangelium in eine geistliche Ausrichtung gebracht. Wenn ich gefragt wurde, woher ich diese Orientierung nehme, dann habe ich schon offen bekannt: Von Jesus Christus habe ich meine innere Ausrichtung, wie ich arbeite und wie ich arbeiten muss.


Welche Bibelstelle ist Ihnen eine große spirituelle Hilfe?

 
Maria Loley: Im Johannes-Evangelium, 14. Kapitel, Vers 23, heißt es: "Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen." Das ist eine Wahrheit, die Jesus uns verheißen hat, die Himmel und Erde bewegt. Wenn Jesus in mir Wohnung nimmt, nicht weil ich eine Heilige bin, sondern weil er die Sünder liebt, dann bewege ich mich mit ihm. Ich diene dem Kommen seines Reiches, das ist mir ein bewusstes Anliegen. Trotz aller Mühsal. Denn das Alter ist mir oft auch Plage. Ich bin keine Heldin im Annehmen, ich habe mir das Altern und das Alter  leichter vorgestellt. 

erstellt von: Der Sonntag / Stefan Kronthaler
29.10.2014
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Lebenslauf von Maria Loley

Am 22. November 1924 wird Maria Loley als ältestes von fünf Kindern in Poysdorf im Weinviertel geboren. Maria beteiligt sich 1945 in ihrer Heimatstadt an der Betreuung der Flüchtlinge und Überlebenden des "Brünner Todesmarsches" und infiziert sich selbst mit Ruhr, Typhus und Tuberkulose. 1949: Abschluss der Ausbildung zur Fürsorgerin in Wien mit dem Staatsexamen, Arbeit in einem Flüchtlingslager in der Steiermark. 1956 bis 1959: Fürsorgerin in St. Johann im Pongau. 1959 bis 1975: Fürsorgerin im Jugendamt von Mistelbach.

1976 bis 1979: Aufbau des Psychosozialen Dienstes im Weinviertel, Gründung der Familienberatung und der Sozialstation Poysdorf. 1981 bis 1989:  Ehrenamtliches Engagement in der Polenhilfe; z. B. Hilfstransporte nach Polen. Adoption des 18-jährigen Thaddäus. 1992: Beginn des Engagements für Flüchtlinge aus den Jugoslawienkriegen. 1994: Im September erhält Loley den erstmals ausgeschriebenen und mit 100.000 Schilling dotierten Preis des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlingshilfe UNHCR. Am 16. Oktober 1995: Briefbombenattentat wegen ihres Engagements für Flüchtlinge. Gründung der "Bewegung Mitmensch – Flüchtlingshilfe Poysdorf".

Viele Auszeichnungen und Ehrungen verdeutlichen Loleys Engagement, u. a. : Ehrenring der Stadtgemeinde Poysdorf, Anerkennungspreis der Bruno-Kreisky-Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte, "Frau des Jahres" des Fernsehsenders ARD, Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich, "Stephanusorden in Gold", Liese-Prokop-Frauenpreis,  Auszeichnung der Islamischen Föderation, Wien, "Gustl 58 - Initiative für Herzensbildung"...



Wer Maria Loleys Arbeit unterstützen will: 

"Loley Geburtstagskonto" bei der Erste Bank,

IBAN: AT562011128027446003,

BIC GIBAATWWXXX.
 


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Muttertag ist trotzdem

Öffnet die Türen (Joh 10,1-10)

Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 4. Sonntag der Osterzeit (3.5.2020)

Begegnung am Tiefpunkt (Joh 21,1-14)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Sonntag der Osterzeit (26.4.2020)

Durch verschlossene Türen (Joh 20,19-31)

Sr. Franziska Madl OP schreibt ihre Gedanken zum Evangelium zum Sonntag der Barmherzigkeit (19.4.2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist mächtig

Die eigentliche Macht der Kirche sind aber das Wort und die Tat.

Vorurteil oder nicht? Wasser predigen und Wein trinken

Was meint die Rede von der „glücklichen Schuld“ in der Osternacht?     

„Die Diagnose war der Anfang, nicht das Ende“

Diagnose Brustkrebs: Über ein Jahr lang  kämpft die zweifache Mutter mit der Erkrankung, erfolgreich.

Keine Sympathie für Pilatus (Mt 27,1-26)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum Palmsonntag (5.4.2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist konservativ.

Ist die Kirche zu konservativ?

Durchkreuzt: Keine Antwort auf das Warum?

Ein Gott, bei dem uns alles klar wäre, ist nicht der Gott Jesu Christi.

Auferweckung ist nicht gleich Auferstehung (Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45 )

Br. Günter Mayer SDB: Evangeliumsauslegung zum 7. Fastensonntag (29.3.2020)

Vorurteil oder nicht? Ignoranz und Vertuschung

Der Skandal des Vertuschens

Weihbischof Turnovszky: Unser aller Leben hat sich schlagartig verändert

Corona und die Folgen, Weihbischof Turnovszky zur aktuellen Lage und wie sich auch sein Tagesablauf verändert hat.

Fürchtet euch nicht

Vom Umgang mit der Angst

Jetzt ist die Zeit der anderen Backe

Darauf müssen wir uns einfach einstellen. Lassen wir die Unduldsamkeit an der Liebe zerschellen!

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Freude einüben, Leben schöpfen (Joh 9,1)

Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 4. Fastensonntag (22.3.2020)

Christus, Heil der Kranken...

Es ist nicht mangelndes Gottvertrauen wenn wir medizinisch vorsichtig sind

Lebendig (Joh 4,5-26. 39a. 40-42)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Fastensonntag ( 15. März 2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist: Verstaubt oder zeitgemäß?

Ist der Glaube und die Kirche überhaupt (noch) zeitgemäß.

Nach 66 Tagen.

Ein Kind, das lebensverkürzend erkrankt, verändert eine ganze Familie und die Hospizarbeit in Österreich.

Vorurteil oder nicht?: Nur Kinder, Küche und Kirche?

Welche Rolle spielen die Frauen in der Kirche? Sind Frauen generell spiritueller als Männer?

Hoffnung und Trost aus Stein und Glas?

Es macht nachdenklich, wenn Kirchen in Zeiten von Angst und Verunsicherung gesperrt werden.

Es ist gut, dass wir hier sind! (Mt 17, 1-9)

Sr. Franziska Madl OP: Evangeliumsauslegung zum 2. Fastensonntag (8.3.2020)

„Passionswege“ durch die Fastenzeit: Völlig allein gelassen

Die Geschichte eines Missbrauchs: Mit einem Mal ist die Zeit wieder präsent. Die Ereignisse liegen 40 Jahre zurück.

Genau hinschauen (Mt 4, 1-11)

Markus Muth und Michael Haller schreiben ihre Gedanken zum Evangelium zum 1. Fastensonntag, (1. März 2020)

Vorurteil oder nicht?: Zwischen Glaube und Geld

Den gängigsten Vorurteilen gegen die katholische Kirche auf den Grund gegangen.

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Neuer Online-Auftritt und wöchentliches Digital-Abo

Der SONNTAG in der Offensive

Selfie schicken und gewinnen

Hilfe für unbegleitete Flüchtlinge in Bosnien

„Pfarrnetzwerk Asyl“ hilft jugendlichen  Flüchtlingen konkret vor Ort in der Stadt Bihac.

Gesund durch den Winter mit Hildegard von Bingen. 7: Mit neuer Kraft ins Frühjahr

Expertin Brigitte Pregenzer gibt Tipps für eine wohltuende Reinigungskur, für Pollen-Allergiker und bei Frühjahrsmüdigkeit.

Gelassen pilgern durch das Weinviertel

Auf 153 Kilometern führt der „Jakobsweg Weinviertel“ von Drasenhofen nach Krems.

„Wir wollen nicht nationale Not gegen andere ausspielen“

Interview mit Andreas Knapp, Auslandshilfechef der österreichischen Caritas.

„In der Bibel ist immer Fasching“

Auch wenn der Fasching keine explizit kirchliche Erfindung ist, offensichtlich gibt es durchaus biblische Anleihen für ausgelassenes Feiern.

Genussvoll glauben: Immer der Nase nach

In dieser Ausgabe widme ich mich den Freuden, die wir uns durch Gerüche und Düfte bereiten können.

Nicht schon wieder! (Mt 5,38-48)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum 7. Sonntag im Jahreskreis (23.2.2020)

Neue Lektüre für Klein und Groß

Warum auch Erwachsene das eine oder andere Kinder- und Jugendbuch unbedingt zur Hand nehmen sollten, haben wir uns für Sie angeschaut.

Was tun bei Demenz?

Kurse und Lehrgänge vermitteln grundlegendes Wissen und einige hilfreiche Methoden und Ideen für einen stressarmen Alltag

Durchkreuzt: Einfach da sein dürfen vor Gott - ein Interview

Schicksalsschläge werfen oft aus der Bahn. Benediktinerpater Martin Werlen im Interview

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