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16.04.2015

„Brauchen Schutz der Stephanskirche“

Carl Manner promovierte 1952 an der Universität Wien in Mathematik und Physik und stieg 1953 im Alter von 24 Jahren ins Unternehmen ein.

Über 50 Länder der Erde sehen, wenn sie Manner hören, rosa. In dritter Generation zeichnet Carl Manner mitverantwortlich. Unter seiner Führung wurde das Familienunternehmen zum größten österreichischen Süßwarenproduzenten. Seit 2008 ist Carl Manner im Aufsichtsrat tätig, ins Büro kommt er trotzdem täglich.

DER SONNTAG: Herr Dr. Manner, essen Sie noch Manner-Schnitten?

 

Carl Manner: Ab und zu, ich muss ja feststellen, ob sie noch so schmecken wie früher. Natürlicherweise ist das nicht mein Hobby, sondern ein Beruf.

DER SONNTAG: Schmecken sie so wie früher?

 

Carl Manner: Ja, ich würde sagen, das hat sich nicht verändert. Höchstens mein Geschmackssinn kann sich verändern, aber die Schnitten nicht.

 


DER SONNTAG: Wie ist man denn auf das typische Rosa der Manner-Neapolitaner gekommen?

 

Carl Manner: Rosa habe ich vorgefunden. Das ist ein Marketinggag, der aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammt. Wer das erfunden hat, weiß ich nicht. Ich schreibe es meinem Großvater gut, dem Firmengründer.

 

Heute ist das Rosa sehr wichtig, denn mit dieser Farbe können wir in den Ecken des Handels ein „rosa Eck“ gestalten. Damit fallen wir auf, das wird mit Manner verbunden.

DER SONNTAG: Auf den Packungen ist der Stephansdoms abgebildet, wie kam es dazu?


Carl Manner: Mein Großvater hat nach seinem Militärdienst und nach seiner Ausbildung zum Kaufmann ein Geschäft in Wien an der Nordseite des Doms gepachtet und hat ihn vor Augen gehabt.

DER SONNTAG: Heute gibt es einen Mannershop am Stephansplatz, eine Erinnerung an früher?

 

Carl Manner: Am Stephansplatz zu verkaufen, ist sehr wichtig, weil das Zentrum sehr stark besucht wird. Das ist eine entsprechend große Werbung für uns. Wir machen hier zwei Prozent des österreichischen Umsatzes.

 

DER SONNTAG: Die Firma Manner engagiert sich seit Jahrzehnten für den Stephansdom. Warum und wie?

 

Carl Manner: Wir wollen uns beim Stephansdom bedanken, weil er das Haus in sehr schwierigen Zeiten begleitet hat. Wir haben immer gesehen, dass wir den Schutz der Stephanskirche sehr gut brauchen können. Erst im Vorjahr war das sehr notwendig, als ein Teil des Gebäudes unserer Fabrik eingestürzt ist, wobei noch unklar ist, wie es passiert ist.

DER SONNTAG: Sie unterstützen konkret die Erhaltung des Stephansdoms?

 

Carl Manner: Seit 35 Jahren übernehmen wir das Jahresgehalt für einen Steinmetz der Dombauhütte zu St. Stephan. Dafür hat er einen rosa Overall an. Wenn er außen herumklettert, könnte man das vielleicht sehen.

DER SONNTAG: Kommen Sie selbst öfter in den Stephansdom?

 

Carl Manner: Ja, beichten gehe ich in den Stephansdom. Da, weiß ich, ist Gelegenheit dafür. Ich brauche den Stephansdom zum Reinwaschen.

DER SONNTAG: Haben Sie einen guten Kontakt zu Dompfarrer Toni Faber?

 

Carl Manner: Der Herr Dompfarrer hat mir zuliebe die Messen zu meinen höheren Geburtstagen lesen lassen, dafür bin ich ihm dankbar.

DER SONNTAG: Wie halten Sie es selbst mit dem Glaubensleben?

 

Carl Manner: Ich gehe nicht nur am Geburtstag in die Kirche, sondern dann wenn es die Religion verlangt.

DER SONNTAG: Zum 85er sind Sie an der Südseite des Doms mit einer Büste verewigt worden, haben Sie sich darüber gefreut?

 

Carl Manner: Das ist ein bisschen zu viel der Ehre. Das habe ich mir nicht verdient. Aber man sieht es nicht gut, da braucht man schon einen Feldstecher.

DER SONNTAG: Warum ist es Ihnen wichtig, jeden Tag im Unternehmen präsent zu sein?


Carl Manner: Der Fortschritt des Unternehmens liegt einem, wenn man so lange tätig ist, am Herzen. Arbeit kann man das nicht nennen, eher einen Kontrollvorgang, den ich ausüben soll, weil ich Aufsichtsratsmitglied bin.

DER SONNTAG: Warum engagiert sich Manner mit Sponsoring im Schispringen?

 

Carl Manner: Die Alpinen Schisportler zu sponsern, ist sehr teuer, günstiger ist es bei den Schispringern. Diese Summe rentiert sich, weil über Österreich hinaus Schispringen ein populärer Sport ist.

 

Wir profitieren, wenn viele zusehen, wenn einer von der Schanze herunterhupft. Wir halten zwar als Österreicher nicht für Severin Freund die Daumen, aber es ist sinnvoll, denn in Deutschland wird doch auf den Herrn geblickt.

 

Wenn er dann als Weltcupsieger geehrt wird, werden wir mitgeehrt. Das ist eine sehr günstige Werbung. Die Relation zwischen Preis und Leistung passt.

 

DER SONNTAG: Ist Deutschland ein wesentlicher Exportmarkt für Manner?

 

Carl Manner: Es ist der größte Markt außerhalb von Österreich. Wir verkaufen dort fast soviel wie hier. Das ist mir noch zu wenig.

DER SONNTAG: Ein wesentlicher Exportmarkt für Manner ist auch der arabische Raum. Dort findet sich auf den Schnittenpackungen aber nicht das Sujet des Stephansdoms, warum?

 

Carl Manner: Das ist naheliegend, denn der Glaube, der dort gelebt wird, ist nicht so tolerant. Das wäre dort ein Negativpunkt, auch wenn es auf den Packungen nicht so auffällt.

DER SONNTAG: Wie sieht die Verpackung der Schnitten im arabischen Raum aus?

 

Carl Manner: Wir führen den Spruch „The taste of Vienna“.

DER SONNTAG: Hatten Sie durch die berufliche Verantwortung zu wenig Zeit für das Privatleben?


Carl Manner: Mein Vater erlitt knapp nach dem 60. Lebensjahr einen Schlaganfall und konnte nicht mehr weiterarbeiten. Ich musste in relativ jungen Jahren dann Verantwortung für die Familie übernehmen.

 

Das hat mich sehr an meine Eltern gebunden. Außerdem habe ich zwei Hobbys: Musik und Kunst. Ich habe für Sängerinnen geschwärmt, beim Schwärmen ist es geblieben. Das hat auch gewisse Vorteile, denn man kann sich dann relativ frei bewegen, und ich habe Möglichkeiten gehabt, mich finanzieller Art zu engagieren.

DER SONNTAG: Wem galt oder gilt Ihr Schwärmen in der Musik?

 

Carl Manner: Das sind historisch gesehen ein paar ganz prominente Damen, darunter die rumänische Sopranistin Maria Cebotari. Heute ist es Anna Netrebko.

DER SONNTAG: Wenn Sie auf Ihre über 85 Lebensjahre zurückblicken. Worum geht es im Leben?

 

Carl Manner: Man soll sich so verhalten, dass es die Allgemeinheit akzeptiert. Brutale Geschäftsmethoden, die es heute in manchen Branchen gibt, haben wir immer vermieden. Man soll sich anständig verhalten, da ist der Stephansdom ein Vorbild.

erstellt von: Der Sonntag / Stefan Hauser
16.04.2015
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Süßwaren



125 Jahre Manner

 

Josef Manner, gelernter Kaufmann, eröffnete 1890 am Stephansplatz ein kleines Geschäft, in dem er Tafelschokoladen und Feigenkaffee verkaufte.

 

Er verfolgte dabei von Anfang an das Ziel, Schokoladeprodukte von besserer Qualität preisgünstiger als die Konkurrenz anzubieten: „Jedes Kind, das einen Kreuzer für meine Sachen ausgibt“, sagte er, „soll dafür nicht bloß eine Nascherei, sondern auch ein wertvolles Nahrungsmittel haben.“

 

Da die damaligen Lieferanten nicht in der Lage waren, die gewünschte Schokoladenqualität zu liefern, fasste der Chocolatier den Entschluss, seine Schokolade selbst herzustellen.

Im Alter von 25 Jahren kaufte er einem kleinen Schokoladenerzeuger, dessen Konzession, Lokal und Einrichtung im fünften Wiener Gemeindebezirk ab – und war ab 1. März 1890, Inhaber der „Chocoladenfabrik Josef Manner“.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 stellte die Firma Manner vor beträchtliche Probleme. Der einst schier unerschöpfliche Absatzmarkt der ehemaligen Donaumonarchie schrumpfte. Den Bombenhagel des Jahres 1945 überstand das Produktionsgebäude der Firma Manner beinah intakt, und auch der Maschinenpark blieb erhalten. 1947 verstarb Firmengründer Josef Manner.

Heute sind an den drei Standorten, dem Stammwerk in Wien im 17. Bezirk, in Perg in Oberösterreich und in Wolkersdorf in Niederösterreich rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Manner Original Neapolitaner Schnitte:

Die Haselnüsse für die Fülle aus Zucker, Haselnüssen, Kokosfett und Kakaopulver kommen aus der Gegend um Neapel.  Die Größe 49 × 17 × 17 Millimeter umfasst vier Lagen Streichmasse zwischen fünf Lagen Waffel, das Gesamtgewicht beträgt 7,5 Gramm pro Schnitte.

 

http://josef.manner.com/de

 



 


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Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 11. Sonntag im Jahreskreis (14.6.2020)

Beim Vater geborgen sein (Joh 3,16-18)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum Dreifaltigkeitssonntag (7.6.2020)

Die Gabe des Friedens vertreibt die Angst (Joh 20,19-23)

Sr. Franziska Madl OP schreibt ihre Gedanken zum Evangelium zum Pfingstsonntag (31.5.2020)

Vom anderen her, auf andere hin (Joh 17,1-11)

Markus Muth und Boris Porsch schreiben ihre Gedanken zum Evangelium zum 7. Sonntag der Osterzeit  (24.5.2020)

Ich mag Liebesfilme (Joh 14,15-21)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum 6. Sonntag der Osterzeit (17.5.2020)

Im Mai durch das ganze Nordvikariat

Bischofsvikar Stephan Turnovszky: Bitte um Mariens Schutz und Hilfe

Wer fragt, bekommt eine Antwort (Joh 14,1-12)

Br. Günter Mayer SDB: Evangeliumsauslegung zum 5. Sonntag der Osterzeit (10.5.2020)

Hilfe für Mütter in Not

Muttertag ist trotzdem

Öffnet die Türen (Joh 10,1-10)

Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 4. Sonntag der Osterzeit (3.5.2020)

Begegnung am Tiefpunkt (Joh 21,1-14)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Sonntag der Osterzeit (26.4.2020)

Durch verschlossene Türen (Joh 20,19-31)

Sr. Franziska Madl OP schreibt ihre Gedanken zum Evangelium zum Sonntag der Barmherzigkeit (19.4.2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist mächtig

Die eigentliche Macht der Kirche sind aber das Wort und die Tat.

Vorurteil oder nicht? Wasser predigen und Wein trinken

Was meint die Rede von der „glücklichen Schuld“ in der Osternacht?     

„Die Diagnose war der Anfang, nicht das Ende“

Diagnose Brustkrebs: Über ein Jahr lang  kämpft die zweifache Mutter mit der Erkrankung, erfolgreich.

Keine Sympathie für Pilatus (Mt 27,1-26)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum Palmsonntag (5.4.2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist konservativ.

Ist die Kirche zu konservativ?

Durchkreuzt: Keine Antwort auf das Warum?

Ein Gott, bei dem uns alles klar wäre, ist nicht der Gott Jesu Christi.

Auferweckung ist nicht gleich Auferstehung (Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45 )

Br. Günter Mayer SDB: Evangeliumsauslegung zum 7. Fastensonntag (29.3.2020)

Vorurteil oder nicht? Ignoranz und Vertuschung

Der Skandal des Vertuschens

Weihbischof Turnovszky: Unser aller Leben hat sich schlagartig verändert

Corona und die Folgen, Weihbischof Turnovszky zur aktuellen Lage und wie sich auch sein Tagesablauf verändert hat.

Fürchtet euch nicht

Vom Umgang mit der Angst

Jetzt ist die Zeit der anderen Backe

Darauf müssen wir uns einfach einstellen. Lassen wir die Unduldsamkeit an der Liebe zerschellen!

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Freude einüben, Leben schöpfen (Joh 9,1)

Barbara Ruml: Evangeliumsauslegung zum 4. Fastensonntag (22.3.2020)

Christus, Heil der Kranken...

Es ist nicht mangelndes Gottvertrauen wenn wir medizinisch vorsichtig sind

Lebendig (Joh 4,5-26. 39a. 40-42)

Markus Beranek: Evangeliumsauslegung zum 3. Fastensonntag ( 15. März 2020)

Vorurteil oder nicht? Die Kirche ist: Verstaubt oder zeitgemäß?

Ist der Glaube und die Kirche überhaupt (noch) zeitgemäß.

Nach 66 Tagen.

Ein Kind, das lebensverkürzend erkrankt, verändert eine ganze Familie und die Hospizarbeit in Österreich.

Vorurteil oder nicht?: Nur Kinder, Küche und Kirche?

Welche Rolle spielen die Frauen in der Kirche? Sind Frauen generell spiritueller als Männer?

Hoffnung und Trost aus Stein und Glas?

Es macht nachdenklich, wenn Kirchen in Zeiten von Angst und Verunsicherung gesperrt werden.

Es ist gut, dass wir hier sind! (Mt 17, 1-9)

Sr. Franziska Madl OP: Evangeliumsauslegung zum 2. Fastensonntag (8.3.2020)

„Passionswege“ durch die Fastenzeit: Völlig allein gelassen

Die Geschichte eines Missbrauchs: Mit einem Mal ist die Zeit wieder präsent. Die Ereignisse liegen 40 Jahre zurück.

Genau hinschauen (Mt 4, 1-11)

Markus Muth und Michael Haller schreiben ihre Gedanken zum Evangelium zum 1. Fastensonntag, (1. März 2020)

Vorurteil oder nicht?: Zwischen Glaube und Geld

Den gängigsten Vorurteilen gegen die katholische Kirche auf den Grund gegangen.

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Neuer Online-Auftritt und wöchentliches Digital-Abo

Der SONNTAG in der Offensive

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Hilfe für unbegleitete Flüchtlinge in Bosnien

„Pfarrnetzwerk Asyl“ hilft jugendlichen  Flüchtlingen konkret vor Ort in der Stadt Bihac.

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Expertin Brigitte Pregenzer gibt Tipps für eine wohltuende Reinigungskur, für Pollen-Allergiker und bei Frühjahrsmüdigkeit.

Gelassen pilgern durch das Weinviertel

Auf 153 Kilometern führt der „Jakobsweg Weinviertel“ von Drasenhofen nach Krems.

„Wir wollen nicht nationale Not gegen andere ausspielen“

Interview mit Andreas Knapp, Auslandshilfechef der österreichischen Caritas.

„In der Bibel ist immer Fasching“

Auch wenn der Fasching keine explizit kirchliche Erfindung ist, offensichtlich gibt es durchaus biblische Anleihen für ausgelassenes Feiern.

Genussvoll glauben: Immer der Nase nach

In dieser Ausgabe widme ich mich den Freuden, die wir uns durch Gerüche und Düfte bereiten können.

Nicht schon wieder! (Mt 5,38-48)

Elisabeth Birnbaums Evangeliumsauslegung zum 7. Sonntag im Jahreskreis (23.2.2020)

Neue Lektüre für Klein und Groß

Warum auch Erwachsene das eine oder andere Kinder- und Jugendbuch unbedingt zur Hand nehmen sollten, haben wir uns für Sie angeschaut.

Was tun bei Demenz?

Kurse und Lehrgänge vermitteln grundlegendes Wissen und einige hilfreiche Methoden und Ideen für einen stressarmen Alltag

Durchkreuzt: Einfach da sein dürfen vor Gott - ein Interview

Schicksalsschläge werfen oft aus der Bahn. Benediktinerpater Martin Werlen im Interview

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