Freitag 9. Januar 2026
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Klosterneuburger Chorherren fassen Fuß in den USA

(15.05.2012) Seit einem knappen Jahr betreuen drei Chorherren von Stift Klosterneuburg im US-Bundesstaat New York zwei Pfarren - und das mit großem Erfolg.

Die beiden Pfarren St. Patrick und San Rocco liegen eng beieinander in Glen Cove, einer 27.000 Einwohner-Kleinstadt nahe New York auf Long Island. Die Pfarren gehören zur Diözese Rockville Centre, die rund 1,6 Millionen Katholiken zählt.

 

Kombination von Pfarrseelsorge und gemeinschaftlichem priesterlichen Leben

Die neue Klosterneuburger Initiative wurde auf Einladung von Ortsbischof William Murphy gestartet. Hintergrund war und anderem das von den Chorherren gelebte Modell einer Kombination von Pfarrseelsorge und gemeinschaftlichem priesterlichem Leben. Father" Daniel Nash, einer der drei Chorherren unterstreicht gegenüber "Kathpress": "Das gibt es in den USA noch gar nicht. Und dieses Modell hat Zukunft, gerade auch um der weit verbreiteten Vereinsamung von Priestern entgegenzuwirken."

 

St. Patrick ist die älteste katholische Pfarre der Gegend, die Gründung erfolgte 1856. In den 1930er-Jahren spalteten sich von der damals irisch dominierten Pfarre die dort wohnenden Italiener ab und begründeten die Pfarre San Rocco. St. Patrick ist inzwischen wieder zweigeteilt: in eine englisch- und eine spanischsprachige Gemeinschaft, letztere bestehend aus Einwanderern aus Süd- und Mittelamerika. Die Chorherren würden sich allerdings bemühen, die getrennten Gemeinden einander wieder näher zu bringen.

 

Möglichkeit eigenständiges Priorat zu werden

Der Klosterneuburger Propst Bernhard Backovsky war vor kurzem zu einem Lokalaugenschein vor Ort. Er zeigte sich beeindruckt von der Lebendigkeit der Pfarren.

 

Er sehe der Zukunft der Chorherren in den Vereinigten Staaten sehr positiv entgegen und hoffe, dass sich bald auch zahlreiche junge Amerikaner für diese Form des gemeinschaftlichen priesterlichen Lebens interessieren werden. Dann könnte die Niederlassung in Glen Cove in einiger Zeit auch ein eigenständiges Priorat werden, so Propst Backovsky.

 

Die Augustiner Chorherren Daniel Nash, Elias Carr und Bruno Semple - alle drei gebürtige Amerikaner - wohnen gemeinsam in St. Patrick und betreuen von dort aus St. Patrick und San Rocco. Elias Carr soll in Kürze auch die Direktion einer katholischen Privatschule mit rund 250 Schülern übernehmen.

 

Kirche lebt von Spenden

Ein Kirchenbeitragssystem wie in Österreich gibt es nicht. Die Kirche lebt von den freiwilligen Spenden der Gläubigen, "und das ganz gut". Die Menschen seien in der Regel sehr großzügig, so Daniel Nash. "Wenn man nichts verpflichtend geben muss, gibt man eher mehr", so sein Eindruck. Das sei aber freilich auch eine Sache der unterschiedlichen Mentalität im Vergleich zu Österreich.

Nash verwies auf das jährliche San Rocco-Fest, das rund 100.000 Besucher anlockt. Dabei kämen rund 350.000 Dollar an Spenden herein. Mit den Spenden würden nicht nur die laufenden kirchlichen Kosten abgedeckt sondern auch eine Reihe von Sozialprogrammen finanziert.

 

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