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"Auch aus einem Augustinus konnte ein Heiliger werden"

(14.03.2012) Am 18. März 2012 feiert der Dompfarrer zu St. Stephan, Toni Faber, seinen 50. Geburtstag. Seine seelsorgliche Tätigkeit ist breit gestreut.

Zu seinem 50er wünscht sich Dompfarrer Toni Faber, der zu den bekanntesten Priestern Österreichs zählt nichts Materielles, sondern dass er "noch reifer werden und in die Tiefe wachsen" kann.

St. Stephan als Lebensplatz

1997 übernahm Anton Faber als Moderator die seelsorgliche Verantwortung in St. Stephan. Es war damals für ihn eine große Überraschung. Faber hatte zu diesem Zeitpunkt gerade eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse zu überstehen, als ihn der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn mit der neuen Herausforderung betraute: "Das war ein Riesengeschenk, eine ganz große Aufgabe, die ich nie angestrebt habe. Das muss ich Kardinal Christoph Schönborn auf immer danken, weil das mein Lebensplatz geworden ist, an dem ich so viel einbringen kann", freut sich Faber, der seit 1999 Dompfarrer ist, auch heute noch über diese priesterliche Berufung.

Schwierige gesundheitliche Situationen gab es für Toni Faber in seinem Leben einige zu bewältigen. Eine überstandene Nierenerkrankung mit 18 Jahren prägte ihn auch entscheidend für seine priesterliche Berufung. Aus diesen Erfahrungen hat sich der Dompfarrer viel für seinen Alltag mitgenommen, wie er gegenüber Erzdiözese-Wien.at bestätigt: "Es ist immer eine Gelegenheit, auf das achtsam zu sein, was der Körper meldet, wenn du ihn aus welchen Gründen auch immer überforderst. Das ist eine Richtschnur, die mir und vielen anderen helfen kann, mit seiner Work-Life-Balance gut umzugehen", so der Ratschlag von Dompfarrer Faber.

 

Prägungen von Jungschar und Kinderfreunden

Toni Faber wuchs im Wiener Gemeindebau auf. Er war in seiner Kindheit geprägt von den Erfahrungen sowohl in der Katholischen Jungschar als auch bei den sozialdemokratischen Kinderfreunden. "Ich bin zweimal im Jahr von Haushalt zu Haushalt, von Tür zu Tür gezogen, einmal mit den Sternsingern, einmal mit den 'Roten' Nelken verkaufen", erinnert er sich. In späterer Jugend habe sich dann eine Entscheidung aufgedrängt, dabei hat sich Faber "für die Jungschar entschieden, aber ich habe die guten Erfahrungen von den Kinderfreunden und den Roten Falken mitgenommen, um angstfrei mit allen Menschen in der Stadt, fernab jeder religiösen oder parteipolitischen Punzierung, Begegnung zu feiern", unterstreicht der Dompfarrer zu St. Stephan.

Toni Faber ging mit seinem Bruder mit großer Freude ministrieren, sie waren damals sehr aktiv bei den Ministranten, in der Katholischen Jungschar und bei der Katholischen Jugend. Als er seiner Mutter davon erzählte, ins Priesterseminar eintreten zu wollen, sagte sie: "Das geht nicht, dafür hast du schon zu viele Sünden", erinnert sich der heutige Dompfarrer und ergänzt: "Aber auch aus einem Augustinus konnte ein Heiliger werden. Ich bin noch lange kein Heiliger, aber der liebe Gott hat mich doch anscheinend brauchen können, als Missionar im Herzen der Stadt."

 

Seelsorge, Managementaufgaben und Auftritte in der Öffentlichkeit

Toni Faber wurde 1988 zum Priester geweiht, 1989 übernahm er die Agenden des Zeremoniärs von Kardinal Hans Hermann Groer. 1995 wurde er auch Erzbischöflicher Zeremoniär für die liturgischen Funktionen im Stephansdom bei Erzbischof Christoph Schönborn. Bekannt ist Toni Faber für seinen aktiven Umgang als Priester in der Öffentlichkeit. Das ist aber nur ein Teil seiner Vielseitigkeit. Selbst sieht sich Faber als "ganz normalen Pfarrseelsorger". Der Alltag des Dompfarrers zu St. Stephan umfasst neben sakramentaler Vorbereitungstätigkeit wie Erstkommunion- oder Firmunterricht, genauso Taufen wie Trauungen, Beichtgespräche oder auch Begräbnisse. Daneben ist der Pfarrer von St. Stephan auch sehr erfolgreich bei Gespräche mit Menschen, die in die Kirche wiedereintreten möchten, dafür nimmt sich Toni Faber bewusst viel Zeit.

 

"Kirche hat mit dem Leben zu tun"

In seinem Alltag hat Faber als Dompfarrer auch viele Entscheidungen auf pfarrlicher Struktur und für den Stephansdom zu treffen.  Dabei geht es um Besprechungen, aber auch Vorbereitungen: "Wir sind ein kleines Unternehmen", beschreibt Toni Faber den Betrieb des Stephansdoms, der 80 Angestellte umfasst. Ein der Öffentlichkeit sehr bekannter Teil der Arbeit des Dompfarrers betrifft sein Auftreten auf dem gesellschaftlichen Parkett: "Das sind schöne Gelegenheiten, ich will nicht nur für die Katholiken da sein, die ohnehin in die Kirche kommen – die sind uns sehr lieb und sehr wichtig – aber ich möchte auch jene erreichen, die nicht in die Kirche gehen. Für diese Begegnungen nehme ich mir Zeit", beschreibt Toni Faber diesen Teil seiner Seelsorge, der sich auch nicht als ein "Hans Dampf in allen Gassen" sieht, sondern "Kirche hat mit dem Leben zu tun", unterstreicht er.

 

Toni Faber engagiert sich auch sehr für benachteiligte Menschen, der Bogen spannt sich dabei über Mütter in Wohnungsnot - da ist der Dompfarrer beim Verein "Immo humana" engagiert - genauso für benachteiligte Kinder mit seinem Engagement für "Zuki" wie auch die beliebte Weihnachtsfeier des Dompfarrers für obdachlose Menschen am Weihnachtsabend.

 

Diesen Sommer möchte sich Faber ein wenig zurückziehen, da er ein Zeit für ein Buchprojekt benötigt: "Reden kann ich, aber schreiben hat mir immer Mühe gemacht", so Toni Faber. Mit dem Buch möchte er ausdrücken, was ihn "bewegt und die Menschen auch missionarisch und pastoral zu interessieren und anzusprechen und eine offene Tür der Kirche zu zeigen", kündigt Toni Faber an.

 

Radiotipp:

Im Programm von Radio Stephansdom gibt es zum 50er des Dompfarrers zwei Sendungen: Toni Faber ist in den Perspektiven am Donnerstag, 15. März 2012, um 19.00 Uhr im Gespräch mit Stefan Hauser. Am Samstag, 17. März, ist der "City-Seelsorger" um 14.00 Uhr zu Gast bei Chefredakteur Anton Gatnar und Programmdirektor Christoph Wellner. Ein DaCapo dieser Sendung wird am Mittwoch, 21. März 2012, um 20.00 Uhr ausgestrahlt.

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