Tuesday 25. February 2020
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Früherer "TV-Pfarrer" Wilhelm Müller gestorben

(18.01.2012) Der ehemalige Dompropst von Wiener Neustadt gehörte zu den ersten geistlichen Sprechern in Radio und Fernsehen nach der ORF-Reform von 1967.

Der langjährige "TV-Pfarrer" und ehemalige Dompropst von Wiener Neustadt, Wilhelm Müller, ist am Dienstag, 17. Jänner 2012, nach langer schwerer Krankheit gestorben. Er gehörte zu den ersten geistlichen Sprechern in Radio und Fernsehen nach der großen ORF-Reform von 1967 und war wesentlich am Aufbau der kirchlichen Medienarbeit in Österreich beteiligt. In Sendungen wie "Christ in der Zeit" oder "Einfach zum Nachdenken" wurde er durch seine pointierten Formulierungen einem breiten Publikum bekannt. Im publizistischen Bereich war Müller bis zuletzt als Chefredakteur von "miteinander", der Illustrierten des Canisiuswerks, tätig.

 

"Wilhelm Müller war ein überaus engagierter Priester von großen sprachlichen Fähigkeiten und ein echter Medienprofi", so würdigt Kardinal Christoph Schönborn den Verstorbenen. "Mit Wilhelm Müller verlieren wir eine der prägenden und führenden Priestergestalten unserer Diözese der letzte Jahrzehnte". Der Kardinal hob die Verdienste Müllers auch als langjährigen Leiter des Priesterrates der Erzdiözese und sein Wirken als Pfarrer und Dechant von Mödling hervor, das in den letzten Jahren von schweren gesundheitlichen Belastungen überschattet war.

 

Liebe zu Mödling

Wilhelm Müller wurde am 26. Mai 1937 in Kleinwolkersdorf geboren und 1961 zum Priester geweiht. In seiner Kaplanszeit von 1961 bis 1966 entdeckte er seine Liebe zu Mödling. Nach zwei Jahren als Studienpräfekt im Priesterseminar der Erzdiözese Wien kehrte er 1969 als Pfarrer von St. Othmar nach Mödling zurück. 1986 wurde er auch Dechant des Dekanates. 2003 wurde Müller Propstpfarrer von Wiener Neustadt, wo er bis zu seiner Emeritierung im August 2010 wirkte. Müller war auch Ehrenkanonikus des Domkapitels zu St. Stephan.

 

Medien und katholische Kirche

Der Beginn der Medien-Tätigkeit Müllers war mit der großen Rundfunkreform des Jahres 1967 zusammengefallen. Er nahm vieles vorweg, was 1971 in der großen vatikanischen Medien-Instruktion "Communio et Progressio" Richtschnur für die ganze katholische Kirche wurde: Müller verstand die Medien in seinem Bemühen um die zeitgemäße Verkündigung des Evangeliums nie "als bloßes Instrument", sondern anerkannte sie "in ihrem Eigenwert und in ihrer Bedeutung für die Kultur von heute", wie es in "Communio et Progressio" heißt.

 

"Christ in der Zeit"

Als ein Mann der ersten Stunde des religiösen Fernsehens - Müller war ab Jänner 1968 als "Christ in der Zeit"-Gestalter und später als erster geistlicher Sprecher der Ö 3-Reihe "Einfach zum Nachdenken" tätig - wirkte der Mödlinger Pfarrer mit seinem Esprit und auch Humor stilbildend. Müller schrieb auch Drehbücher für die ORF-Sendung "Feierabend" und kommentierte kirchliche Großereignisse wie Katholikentage, Papstwahl und Papstbesuche in Österreich. Das Mödlinger Pfarrhaus war oftmals eine Begegnungsstätte, in der Verantwortliche des ORF und der Kirche zum Dialog zusammenkamen.

 

Kardinal Franz König würdigte Müller einmal für seine "ausgewogene Mischung von Prinzipientreue und Dialogbereitschaft", für viele, die in den Medien tätig sind, sei er "Seelsorger, Ratgeber und Freund" gewesen.

 

Wilhelm Müller wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Großen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich".

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