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Ungarische Gemeinde feiert im Stephansdom

(30.08.2011) Die Ungarische Gemeinde in Wien hat den Festtag des heiligen Stephan im Wiener Stephansdom gefeiert.

Seit sieben Jahren betreut Dechant und Pfarrer Ferenc Simon die ungarische Gemeinde in Wien. Diese ist die zweitälteste anderssprachige katholische Gemeinde in Wien. "Wir wissen, dass es von 1552 an schon eine ungarische Messe in der Kapuzinerkirche gab. Und offiziell haben wir es seit 1772 schriftlich beurkundet, dass eine ungarische Gemeinde hier existiert", so Ferenc Simon.

 

Ein heiliger und ein seliger König

Auch das Fest des heiligen Stephan wird bereits seit Jahrhunderten gefeiert, erzählt Ferenc Simon. "Wir feiern an diesem Tag, was in Ungarn am 20. August und in der Weltkirche am 16. August gefeiert wird - und zwar den heiligen Stefan - König von Ungarn. Für uns Ungarn ist es sehr wichtig: Unser erster ungarischer König war ein Heiliger, unser letzter ein Seliger." Der letzte König Ungarns war Karl IV. Dieser ist 2004 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen worden. Mit der Herrschaft des ersten ungarischen Königs, Stephan I., begann die Christianisierung Ungarns. Heute ist der heilige Stephan der Nationalheilige Ungarns.

 

Ein bunter Staat

Was Stephan I. und dessen Sohn, sein Nachfolger, vor mehr als 900 Jahren gesagt hätten, sei teils auch heute noch gültig. So habe der heilige Stephan seinem Nachfolger erklärt, dass ein homogener Staat ein schwacher Staat sei. Wo die die Menschen sich wohl fühlen, das sei ein bunter Staat und das sei auch ein starker Staat, ein Satz den sich die Menschen in ganz Europa zu Herzen nehmen könnten, so Ferenc Simon.

 

Beziehung zu Wien

Der ungarische König Ludwig, der im 14. Jahrhundert lebte, schenkte dem Wiener Domkapitel eine Reliquie des heiligen Stephan. So erklärt sich die große Verbundenheit der ungarischen Gemeinde zum Stephansdom. Auch am vergangenen Samstag, 27. August 2011, sind Hunderte Ungarn und Ungarinnen nach Wien gereist, um die Festmesse im Gedenken an den heiligen Stephan zu feiern.

 

Als Christen in Europa leben

An den Feierlichkeiten teilgenommen hat auch Tibor Veres - er ist Priesterseminarist in Wien und geboren in Siebenbürgen: "Hier kommen Gruppen aus der Slowakei, aus Rumänien und aus Ungarn zusammen, die hier unseren König feiern, der uns gelehrt hat, zusammen zu bleiben und als Christen in Europa, als gottesfürchtige Menschen miteinander zu leben."

Bei der Organisation mitgeholfen ist auch Ilona Szemerédi. Sie hat bis vor drei Jahren die Wiener ungarische Pfadfindergruppe geleitet. Das Fest des heiligen Stephan ist für sie ein Fixpunkt im Jahr. Was sie heuer besonders gefreut hat: Ein griechisch-katholischer Bischof hat die Predigt gehalten, Bischof Fülöp Kocsis aus Ost-Ungarn. Musikalisch begleitet wurde die Feier vom ungarischen "Sankt Ephraim Männerchor" im Stephandom, der bis in den letzten Winkel voll von mitfeiernden, singenden und betenden Menschen war.

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