Sonntag 11. Januar 2026
Artikel aus dem Archiv

Restlos überfüllte Flüchtlingslager in Ostafrika

(25.07.2012) Die UNO hat für Montag, 25. Juli, in Rom ein Krisentreffen zur Hungersnot am Horn von Afrika organisiert. Caritas-Helfer Zinggl ist gerade mitten in der Krisenregion.

Seit einer Woche ist der gebürtige Wiener Andreas Zinggl mitten im Krisengebiet Ostafrikas. Noch am Ankunftstag hat er sich gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Vorarlberger Harald Grabher, von der Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba, in Richtung somalische Grenze aufgemacht. Am Weg dorthin haben die beiden immer wieder Halt gemacht, sich mit lokalen Partnern getroffen oder bei der Verteilung von Hilfspaketen geholfen: Getreide, Babynahrung, Spezialnahrung für Mütter und Schwangere, Bohnen oder Pflanzenöl werden an die Notleidenden ausgeteilt.

Dass bei der Verteilung unter den Hungernden kein Kampf ums Essen entsteht, hat selbst Andreas Zinggl, der nicht das erste Mal als Katastrophenhelfer tätig ist, überrascht: "Es ist unglaublich mit welcher Geduld und Gelassenheit sich die Menschen in dieser Situation anstellen und die Hilfspakete entgegen nehmen".

 

Zehntausende Menschen bereits verhungern

Mehr als zwölf Millionen Menschen sind von der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika betroffen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat die dramatische Lage in der gesamten Region offiziell zur Hungersnot erklärt. Diese besteht dann, wenn mehr als 30 Prozent der Kinder unterernährt sind und täglich zwei von 10.000 Menschen durch die Lebensmittelknappheit ums Leben kommen. Im äthiopischen Flüchtlingslager Dolo Ado sind alleine im Juni im Schnitt täglich acht von 10.000 Menschen gestorben. Insgesamt sind in den vergangenen Wochen nach UN-Angaben zehntausende Menschen gestorben.

 

Restlos überfüllte Flüchtlingslager

Besonders kritisch sei die Lage in Somalia, berichtet Caritas-Helfer Andreas Zinggl: "In grenznahen Gebieten sind Flüchtlingslager entstanden. Die Menschen fliehen aus Somalia in die Lager, weil hier die Hilfe besser funktioniert." Die humanitäre Katastrophe in Somalia wird vor allem durch die problematische politische Situation erschwert: Seit Jahrzehnten herrscht Bürgerkrieg, Gebiete im Süden und Zentrum Somalias werden von teils radikalislamischen Gruppen kontrolliert. Im größten Flüchtlingslager der Welt – Dadaab im Osten Kenias – treffen täglich mehr als tausend Menschen ein, die vor der Dürre fliehen. Mittlerweile ist das Lager mit 400.000 Flüchtenden völlig überfüllt. Ausgelegt ist es auf rund ein Viertel davon.

 

Hilfe in entlegenen Gebieten

In den Flüchtlingslagern seien die großen Organisationen, wie das UNO-Flüchtlingswerk UNHCR, Ärzte ohne Grenzen aber auch etwa Äthiopiens Regierung mit Hilfe an Ort und Stelle. Die Caritas konzentriere sich vor allem auf entlegene Gebiete, wie Katastrophenhelfer Andreas Zinggl erklärt: "Wir haben ein gutes lokales Netzwerk, eine gute Struktur, die es uns erlaubt auch in entlegenen Gebieten Hilfe leisten zu können."

 

Caritas-Österreich-Spendenkonto: P.S.K. 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: "Hungerhilfe" oder "Augustsammlung".

Online-Spenden unter: www.caritas.at

Gottesdienste
Finden Sie Gottesdienste in Ihrer Umgebung
ERZDIÖZESE WIEN
Wollzeile 2
1010 Wien
Tel.: +43 1 51552 - 0

anliegen@edw.or.at

Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
https://www.erzdioezese-wien.at/
Darstellung: Desktop - Mobil