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Gemeinsame Trauer gibt Menschen wieder Mut

(26.07.2011) Die Norweger wollen trotz der schockierenden Attentate ihre demokratischen und menschlichen Werte hochhalten, erklärt der katholische Bischof von Oslo.

Der katholische Bischof von Oslo ist überzeugt, dass die Norweger auch nach den schockierenden Terroranschlägen vom vergangenen Freitag ihre offene und demokratische Gesellschaft hochhalten werden. "Die Stimmung war Samstag und Sonntag sehr bedrückend", schilderte Bischof Bernt Eidsvig am Dienstag, 26. Juli 2011. Bei gemeinsamen Trauerfeiern wie der großen Kundgebung auf dem Rathausplatz Oslos am Montagabend machten die Menschen einander wieder Mut. "Es zeigt sich, dass wir unsere demokratischen und menschliche Werte beschützen werden", sagte Eidsvig, der bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Oslo im Jahr 2005 als Augustiner-Chorherr im Stift Klosterneuburg bei Wien gelebt hat.

 

"Man kann es nicht verstehen"

Die Terroranschläge seien für die Norweger nach wie vor unfassbar. "Man kann das gar nicht verstehen, das ist unmöglich", so der Bischof. "Man sieht mit Schrecken, wie entschieden so ein Mensch sein kann. Er hat genau gewusst, wie er möglichst viele Menschen umbringen kann und hat das kaltblütig durchgezogen."

Bischof Eidsvig mahnte, im Zusammenhang mit den Attentaten "sehr vorsichtig" mit Begriffen wie christlichem Fundamentalismus umzugehen. Der Attentäter habe versucht, den christlichen Glauben für seine Zwecke zu vereinnahmen, betonte er: "Man muss die Begriffe auseinanderhalten." In Norwegen lebten auch fundamentalistische Christen, "aber die würden so etwas nie tun und sie sympathisieren auch nicht mit ihm".

 

"Wir sind eine ausländische Kirche"

Gerade die katholische Kirche habe wegen ihrer Funktion als Anlaufstation für Zuwanderer nach den Terroranschlägen eine besondere Verantwortung. "Wir sind eine ausländische Kirche", sagte der Bischof, nur rund zehn Prozent der Katholiken seien gebürtige Norweger. "Unser Beitrag in der norwegischen Gesellschaft ist, möglichst vielen katholischen Einwanderern einen Weg in die Gesellschaft zu zeigen." Die Migranten müssten deshalb aber nicht ihre Kultur verleugnen, unterstrich Eidsvig: "Das lässt sich vereinen. Die Gesellschaft ist hier offen genug, damit man den Glauben behält und die eigene Kultur."

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