"Religion & Religionen" lautet das Thema, das ab Herbst die Veranstaltungen der Theologischen Kurse übergreift. Zum Auftakt der breiten Palette an Vorträgen und Seminaren ist am 7. Oktober 2011 der bekannte Kulturwissenschaftler und Ägyptologe Jan Assmann eingeladen, dessen These vom Zusammenhang zwischen Monotheismus und Gewalt in der Theologie kontrovers diskutiert wird.
Passend zum Thema "Religion & Religionen" wird Jan Assmann seine jüngst veröffentlichte These der "Religio duplex", der doppelten Religion, vorstellen. Dabei geht er einerseits von der Idee einer universalen Menschheitsreligion und andererseits von den vielen partikularen vorfindlichen Religionen aus, er stellt einen Zusammenhang zwischen den ägyptischen Mysterien und der europäischen Aufklärung her und will letztlich einen Beitrag zur Verständigung der Religionen leisten.
Für Jan Assmann ist die Entstehung des Eingottglaubens mit der Unterscheidung zwischen wahr und falsch in der Religion, zwischen dem wahren Gott und den falschen Göttern verbunden und mit dem Potential der gewaltsamen Durchsetzung der Wahrheit. Wobei Jan Assmann die Anfänge des Monotheismus mit jener Zeit verbindet, als die Israeliten aus Ägypten auszogen. Auch über diese Thesen, die von den theologischen Wissenschaften aufgegriffen und intensiv diskutiert wurden, wird Jan Assman sprechen. Spannend verspricht die Veranstaltung am Samstag, 8. Oktober zu werden, bei der die Theologischen Kurse den Ägyptologen Jan Assmann mit der Bibelwissenschaflerin Irmtraud Fischer und dem Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück zur Diskussion aufs Podium bitten.
Nach der prominent besetzten Eröffnung des Studienjahres 2011/2012 folgen in der Reihe der Vorträge und Seminare über "Religion & Religionen" nicht weniger große Name, wie etwa der Innsbrucker Karl-Rahner-Spezialist und Jesuit Andreas Batlogg, der Rabbiner und Leiter des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, Walter Homolka, der Innsbrucker Theologe Józef Niewiadomski und der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn.
Zu Beginn des Semesters beschäftigen die Fragen: Was ist überhaupt eine echte Religion? Und wie viel Religion vertragen Gesellschaft und Politik? Antworten versprechen die beiden Vorträge von Peter Zeillinger, Theologe und Assistent der Theologischen Kurse ("Was ist Religion? Zwischen politischer Vereinnahmung, kulturellen Gewohnheiten und existenziellem Glauben", am 12. Oktober) und Hans Schelkshorn von der Universität Wien ("Religion in einer postsäkularen Gesellschaft. Jürgen Habermas und Charles Taylor" am 19. Oktober).
"Religio duplex": Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung. Religionsgeschichtliche Aspekte
Referent: Jan Assmann, Universität Konstanz
Freitag, 7. Oktober, 15.00 – 17.00 Uhr
Moses der Ägypter. Die Entstehung des Monotheismus und sein Preis
Referent: Jan Assmann, Universität Konstanz
Freitag, 7. Oktober, 18.00 – 20.00 Uhr
Monotheismus – Politik – Gewalt. Biblisch-theologische Aspekte
Referenten: Irmtraud FISCHER, Universität Graz, Jan-Heiner TÜCK, Universität Wien, Jan Assmann, Universität Konstanz
Samstag, 08. Oktober 2011, 09.00 – 13.00 Uhr
Das vollständige Programm der Theologischen Kurse finden Sie hier.