Am Samstag, 30. April 2011, ist der 1.700. Jahrestag des Toleranzediktes von Nikomedia im Jahre 311. An diesem Tag lädt die ökumenische Stiftung "Pro Oriente" um 9.00 Uhr im Wiener Stephansdom zum ökumenischen Gedenken an ein Ereignis, das dem Siegeszug des Christentums im Römischen Reich den Weg ebnete. Mit dem Edikt beendete Kaiser Galerius (um 250-311) die Christenverfolgungen und machte das Christentum erstmals zu einer gesetzlich zugelassenen Religion.
Durch die vorbereitende Kaiserkonferenz der Tetrarchen Galerius, Maximinus, Licinius und Konstantin (später "der Große") 308 in Carnuntum hat diese entscheidende historische Weichenstellung auch einen besonderen Österreich-Bezug. Daran erinnert auch die diesjährige niederösterreichische Landesausstellung "Erobern - Entdecken - Erleben im Römerland Carnuntum" von 16. April bis 15. November 2011.
Dem ökumenischen Wortgottesdienst am Samstag im Stephansdom wird der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl vorstehen, erwartet werden hochrangige Vertreter der Ökumene in Österreich wie der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos, der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, der anglikanische Bischofsvikar Patrick Curran und Vertreter der altorientalischen Kirchen.
Die Mailänder Vereinbarung 313 wird zwar üblicherweise als Ende der Christenverfolgung angesehen, hat in der Praxis aber wesentlich weniger geändert als das Toleranzedikt von 311. Dennoch sind für 2013 erneut Jubiläumsfeierlichkeiten in Carnuntum und im serbischen Nis - dem Geburtsort von Konstantin dem Großen - vorgesehen, in deren Vorbereitungen laut Präsident Marte auch "Pro Oriente" eingebunden ist.