"Feste feiern heißt immer bedenken und bedanken", sagt der Grazer emeritierte Universitätsprofessor für Liturgiewissenschaft Philipp Harnoncourt.
Die Feste des Kirchenjahres seien aber nicht nur eine Rückerinnerung an etwas, das einmal geschehen ist, betont Harnoncourt: "Das Feiern ist zugleich auch ein Unterpfand dafür, dass wir einmal in das himmlische Jerusalem einziehen werden - weil Jesus in seiner Auferstehung die Todesgrenze schon niedergerissen hat." Vor allem die Karwoche, im Grund aber jede Messfeier habe diesen endzeitlichen Aspekt und sei auch ein "Vorauskosten" des himmlischen Hochzeitsmahls, sagt Harnoncourt: "Denn wir können gar nicht so feiern, als wäre Jesus noch nicht auferstanden."
Was am Aschermittwoch gefeiert wird, sei ein Neuanfang, der Eintritt in die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf Ostern: "Am Aschermittwoch bedanken wir uns nicht für irgendetwas, sondern wir nehmen es ernst, dass Ostern eine lange Vorbereitungszeit braucht." Durch beten, fasten und Buße mache man sich "offen, um das Angesprochenwerden von Ostern, das Angesprochenwerden von Gott deutlicher wahrnehmen zu können".
Die Pfarren Schwechat, Allerheiligste Dreifaltigkeit in der Alxingergasse, Hernals/Kalvarienbergkirche und St. Johann Nepomuk im 2. Bezirk haben eines gemeinsam: Sie alle betreuen aktuell Asyl- und Bleiberechtsfälle. Einige dieser Fälle konnten schon zu einem guten Ende für die Betroffenen gebracht werden.
Es zeigte sich jedoch schnell, dass die einzelnen Pfarren mit der derzeitigen Gesetzeslage überfordert sein können. "Zu undurchsichtig ist die Lage, so schwierig ist der Umgang mit den Behörden. Jeder weiß ein bisschen, jede Pfarre hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Das Ziel des neugegründeten 'Pfarrnetzwerk Asyl' ist es, betroffene Pfarren zu vernetzen, Informationen auszutauschen, bekannte Adressen weiterzugeben, einander Hilfe zu sein", erklärt Heinz Weinrad aus der Pfarre St. Johann Nepomuk.
Mit der Reihe "Passionswege" setzt Radio Stephansdom einen besinnlichen Schwerpunkt während der Fastenzeit. Erzdiözese-Wien.at bringt eine Zusammenfassung der Gespräche zum Nachlesen.
Es kommen Menschen zu Wort, die in ihrem Leben mit Leid konfrontiert sind, Leiden bekämpfen oder überwunden haben. In den Sendungen geht es um den Umgang mit Behinderung, Krankheit, Tod und Armut.
In der ersten Sendung von Stefan Hauser am 12. März um 19.00 Uhr kommt Claudia Lösch zu Wort. Infolge eines Autounfalls ist sie seit dem Alter von fünf Jahren querschnittsgelähmt. Die Monoskifahrerin aus dem niederösterreichischen Neupölla ist Österreichs erfolgreichste Behindertenwintersportlerin der vergangenen Jahre.
Besondere Musik und Worte begleiten die Hörerinnen und Hörer von Radio Stephansdom durch die Fastenzeit. In der "Geistlichen Abendmusik" stehen sonntags ab 19.00 Uhr Oratorien auf dem Programm.
Georg Philipp Telemann steht im Mittelpunkt der sonntäglichen Allegro-Sendungen. Anlässlich der 330. Wiederkehr seines Geburtstages werden Kantaten zur Passions- und Osterzeit aus seinem großen Werkverzeichnis gesendet.
Die Gedanken zur Fastenzeit - von 9. März bis 24. April um 16.00 Uhr in "Continuo" - stehen heuer unter dem großen Thema Kreuzweg.
Die Themen in den Perspektiven um 19.00 Uhr reichen über die Spiritualität des Fastens über eine Ausstellung zum Dombau von St. Stephan bis hin zu den vielfältigen Aufgaben der Kirche in Österreich, die mit dem Kirchenbeitrag erfüllt werden können.
Zum 11. Mal hat der Schwechater Künstler Max Rauch das Fastentuch der Pfarre Schwechat gestaltet. Heuer steht es unter dem Motto "Grenzen". "Wenn es um Grenzen geht, da kommen bei unterschiedlichen Leuten verschiedenste Gefühle hoch. Bei Grenzen klingen vielfältige Lebensnotwendigkeiten, aber auch Gefahren an", erklärt der Schwechater Pfarrer Gerald Gump. Es gebe heilsame Grenzen, die Intimität und Beziehung zulassen, Halt und Schutz geben.
"Dazu bilden abschottende Grenzen den Gegenpol. Oft aus egoistischen Motiven, oft aus Schwäche, Angst oder Verletzung heraus werden sie aufgerichtet. Sie halten andere auf unnatürliche Distanz, grenzen aus und erzeugen künstlich Barrieren, die fehlenden Lebenshalt zu kompensieren suchen. Diese Grenzen finden sich in Vorurteilen und tötender Gesetzesfrömmigkeit, in Rassismen und Gewaltregimen jeglicher Art", so Gerald Gump.