Breite Zustimmung und Unterstützung für den neuen Presserat in Österreich kommt von katholischen Publizisten und Medienverantwortlichen. "Wache Christen sollen die Medien beobachten und den neuen Presserat als ein wichtiges Instrument für qualitätsvollen Journalismus nutzen", betonte die Vorsitzende des Verbands Katholischer Publizisten (VKPÖ), Gabriele Neuwirth, am Rande der Eröffnungsveranstaltung des Presserats am Mittwoch, 26. Januar 2011, in Wien.
Für eine breite Beteiligung kirchlicher Medien am wieder errichteten Presserat plädierten neben Neuwirth auch Hubert Feichtlbauer, einer der drei neuen Ombudsmänner des Presserates, sowie "Furche"-Chefredakteur und Mitinitiator des Presserates, Claus Reitan, und der Generalsekretär der österreichischen Kirchenzeitungen, Walter Achleitner.
Für die Arbeit des Presserates werden auch religiöse Themen wichtig sein, bestätigte Presserat-Ombudsmann Hubert Feichtlbauer. Die "bewusste, gezielte oder auch gleichgültige Verletzung religiöser Gefühle durch Medien" könnte durchaus Gegenstand eines Verfahrens durch den Presserat sein und sei auch ein berechtigtes Anliegen, führte der katholische Publizist aus.
Feichtlbauer unterstrich den Wunsch vieler Betroffener an den neuen Presserat, dass es künftig zu weniger komplizierten Prozessen, sondern zu mehr "von Einsicht getragenen einvernehmlichen Lösungen" zwischen Beschwerdeführer und belangtem Medium kommen werde. Das sei auch ein Aufgabengebiet für ihn als Ombudsmann. Gleichzeitig sprach er sich für eine Überarbeitung des bestehenden "Ehrenkodex für Journalisten" aus.
Für die elf in Österreich wöchentlich erscheinenden katholischen Kirchenzeitungen erklärte deren Generalsekretär Achleitner, dass eine Unterstützung des Presserates durch das Eingehen der Selbstverpflichtung angestrebt werde und Thema der nächsten Kirchenpressekonferenz ist. Das sei auch deswegen naheliegend, weil die meisten Kirchenzeitungen Mitglieder des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) sind, der ein wesentlicher Träger des neuen Presserates ist.
Nach achtjähriger Unterbrechung beging der Österreichische Presseverband seine Eröffnung in den Repräsentationsräumen der Alten Börse in Wien.
Die Trägerverbände des Presserats sind der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), der Österreichische Gewerkschaftsbund, der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV), der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM), der Verein der Chefredakteure sowie der Presseclub Concordia (PCC).