"Wir geben mit Freude bekannt, dass wir, das sind die 63 Kapitulare des Stiftes Heiligenkreuz, am Donnerstag, 10. Februar 2011, den bisherigen Prior von Stiepel, Pater Maximilian Heim, zum 68. Abt des Stiftes Heiligenkreuz gewählt haben. Er hat die Wahl angenommen, wurde von Abtpräses Wolfgang Wiedermann sofort in seinem Amt bestätigt", wird auf der Website der Heiligenkreuzer Mönche verlautbart. Abt Maximilian übernimmt einen Konvent von 84 Mitgliedern.
Abt Maximilian wurde 1961 in Kronach in Bayern geboren. Nach der Schulausbildung ist er 1982 nach Heiligenkreuz gekommen und trat 1983 in das Stift ein. Nach der Priesterweihe 1988 war er zunächst Kaplan in Wiener Neustadt. Bereits 1988 wurde er zusammen mit drei weiteren Mönchen zu einer Klosterneugründung ins Ruhrgebiet entsandt und begründete das Priorat Stiepel. 1996 kehrte er nach Heiligenkreuz zurück und wurde Novizenmeister. 1999 wurde er von Abt Gregor Henckel-Donnersmarck zum Prior des Stiftes Heiligenkreuz bestellt. 2004 promovierte er am Institut für Moraltheologie und Dogmatik der Universität Graz und wurde 2007 zum ordentlichen Professor in Fundamentaltheologie und Dogmatik (Ekklesiologie) an der Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz berufen.
2004 wurde Maximilian Heim zum Prior des Priorates Stiepel in Bochum bestellt.
2009 wurde er in den erweiterten Schülerkreis von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. berufen.
Die Wahl des neuen Abtes begann mit der Einberufung des Wahlkapitels bereits am 9. Februar. Sie war eingebettet in zahlreiche liturgische Feiern. "Eine Abtwahl ist so etwas wie ein 'Ermittlungsverfahren im
Heiligen Geist'", erklärte dazu der Pressesprecher des Stiftes, P. Karl Wallner. Ein erster Höhepunkt war die Vorwahl ("Praeelectio") am Mittwochabend, bei der eine erste Auswahl an Kandidaten sondiert wurde. Am eigentlichen Wahltag, dem 10. Februar, schritten die Mönche nach einem Gottesdienst am Vormittag in der Heiligenkreuzer Stiftskirche zur Wahl in einer Wahlkabine nahe dem Altar. Jeder Wahlberechtigte bekam dazu Bögen mit Klebeetiketten, auf denen die Namen aller Mitbrüder aufgedruckt waren.
Dem Wahlkapitel gehörten 63 wahlberechtigte Mitglieder des Klosters und der dem Kloster angeschlossenen Einrichtungen wie etwa der Priorate "Neukloster" (Wiener Neustadt) und Bochum-Stiepel an. Auch aus Rom waren Mitbrüder zur Wahl angereist. Geleitet wurde der Wahlvorgang vom Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation, Abt Wolfgang Wiedermann vom Stift Zwettl.
Formal beendet wurde die Wahl mit der Überreichung des Brustkreuzes, des Pileolus (Kopfbedeckung) sowie der Schlüssel der Abteikirche und des Klostersiegels an den neu gewählten Abt. Die Mönche knieten anschließend vor ihm nieder und erneuerten ihr Gehorsamsversprechen.
Mit der Abtwahl wird außerdem die Neuwahl anderer Ämter im Kloster - etwa jener des Priors und der Mitglieder des Abtrates - notwendig, die in den nächsten Tagen folgen wird. Die feierliche Abtweihe, bei der der neue Abt auch Ring und Mitra erhält, wird erst einige Wochen nach der Wahl stattfinden.