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Zeit für Veränderung

(28.12.2011) Im Gespräch mit Radio Stephansdom berichtete der scheidende Generalvikar Franz Schuster von seinen Gründen für die Veränderung und seinen Plänen für die Zukunft.

Zwölf Jahre lang war Franz Schuster als Generalvikar der Erzdiözese Wien tätig. Vor wenigen Wochen gab er, für viele überraschend, sein Ausscheiden aus dieser Funktion bekannt. Anton Gatnar, Chefredakteur von Radio Stephansdom, hat mit dem scheidenden Generalvikar ein Interview über dessen Gründe, aber auch über die Pläne für die Zukunft und das Erreichte in den letzten zwölf Jahren geführt.

 

Freude auf die neue Zeit

Auf die Frage wie er sich in der letzten Arbeitswoche fühle, erklärte Generalvikar Schuster, dass zwei Seelen in seiner Brust seien. Es sei einerseits die Frage, wie er nach so vielen Jahren intensiver Arbeit als Generalvikar mit der Umstellung zurecht kommen werde. Andererseits sei da natürlich die Freude über eine ganz neue Zeit, "einmal Zeit etwas zu lesen, Zeit für Gebet, Zeit für Ruhe und Erholung, das ist in den letzten zwölf Jahren auf jeden Fall zu kurz gekommen".

Als Generalvikar sei es seine Aufgabe gewesen den Kardinal in allen Dingen und Aufgaben, in jedem Bereich der Diözese zu unterstützen und ihm soviel wie möglich an Arbeit abzunehmen. "Die Erzdiözese ist eine große Organisation. Wir haben 660 Pfarrgemeinden, auch da ist vieles zu entscheiden, dazu kommen die vielen Dienststellen und Einrichtungen in der Diözese. Es ist wirklich ein großer Betrieb", so Generalvikar Franz Schuster.

 

Zeit für Gebet, Weiterbildung und Ruhe

In der näheren Zukunft werde er sich zuerst einmal eine Sabbatzeit nehmen, "eine Zeit für geistige Vertiefung und Weiterbildung, um auch ein wenig Abstand zu gewinnen und zur Ruhe zu kommen", so Generalvikar Schuster. Seine Aufgaben in der Betreuung ausländischer Priester, im Ostfonds und bei der Begleitung von Neupriestern werde er weiterführen und wenn möglich auch noch vertiefen, darum habe ihn auch Kardinal Christoph Schönborn gebeten. In jedem Fall von der Sabbatzeit nicht betroffen sei seine Arbeit als Leiter der Kommission zur Umsetzung der Rahmenordnung gegen Missbrauch und Gewalt in der österreichischen Kirche.

 

Wichtige Medienarbeit

Vielleicht werde er nun, da seine Zeit als Generalvikar vorbei ist, ein Buch schreiben, so Franz Schuster gut gelaunt. "Der Prozess 'Kirche für Zukunft' war eine Erfolgsgeschichte und ist im europäischen Raum einzigartig. Wir haben es geschafft, einen soliden Haushalt unter schwierigen Rahmenbedingungen zu erstellen. Wir haben es geschafft, ohne Kündigungen den Personalstand zu reduzieren und Rücklagen für die Zukunft zu bilden. Das war ein intensiver Einsatz aller Verantwortlichen."

Wichtig sei es auch, die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit noch weiter zu entwickeln. "Da ist schon viel geschehen, trotzdem bin ich der Meinung, dass wir hier dran bleiben müssen und uns gut überlegen müssen, wie die Weitergestaltung in den nächsten Jahren passieren soll. Wie schaffen wir es, auch durch kirchliche Medien das Evangelium zu den Menschen zu bringen", so Schuster.

 

"Wir können nicht sagen, was die Zukunft bringen wird"

Man könne nicht sagen, was die Zukunft bringen werde, wie sich alles entwickelt. "Ich glaube aber, dass die Kirche jetzt eine große Chance hat und das obwohl vieles weniger wird und wir nicht wissen, wie die Kirche in zehn Jahren überhaupt aussehen wird. Ich glaube, wenn wir offensiver werden und die missionarische Grundhaltung stärken, die ja Grundlage des kirchlichen Lebens ist, dann - so bin ich überzeugt - wird es uns gelingen, die Menschen anzusprechen und wieder für die Frohe Botschaft Jesu Christi zu begeistern."

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