Sonntag 4. Januar 2026
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Kampf der Familienarmut

(29.12.2011) Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien begrüßt die Anhebung der Mindestsicherung für Kinder in Wien und kritisiert die österreichweiten Kürzungen im Familienbereich.

Die Vorsitzende des Familienverbandes der Erzdiözese Wien, Mechtild Lang, lobt in einer Aussendung am Mittwoch, 29. Dezember 2010, die im rot-grünen Koalitionspapier festgeschriebene Erhöhung der Mindestsicherung für Kinder. Ab März 2011 bekommen einkommensschwache Familien in Wien 203 statt 134 Euro für minderjährige Kinder. 17 Millionen Euro macht Wien dafür zusätzlich locker. "Dies ist auch dringend notwendig, denn laut einem von den Grünen vorgelegten Bericht ist in Wien derzeit jedes vierte Kind armutsgefährdet", so Lang.

 

Familien vor Armut bewahren

Bei der in Wien sowie Niederösterreich und Salzburg mit 1. September 2010 eingeführten Mindestsicherung macht der Kinderbetrag für minderjährige Kinder mit knapp 134 Euro nur 18 Prozent der neuen Mindestsicherung von 744 Euro für einen Erwachsenen aus. Ab dem vierten Kind sinkt der Betrag sogar auf 111,60 Euro. "Mit diesem eindeutig zu niedrig angesetzten Kinderbetrag und der Degression bei der Geschwisterstaffelung wird das Ziel der Mindestsicherung, vor Armut zu bewahren, im Fall von Familien verfehlt", kritisiert Lang.

Zusätzlich zur Mindestsicherung wird in Wien auch ein Heizkostenzuschuss in der einmaligen Höhe von 100 Euro ausbezahlt. Bezieher der Mindestsicherung und Pensionisten, die Mietbeihilfe erhalten, bekommen den Heizkostenzuschuss automatisch im Jänner 2011 überwiesen.

 

Kritik an der Forderung nach Sachleistungen für Familien

Kritik über der KFVW auch an der Forderung der Wiener Volkspartei statt Geld Sachleistungen an die Familien zu verteilen. "Die jetzt beschlossenen Familienkürzungen nehmen den Familien Geld weg, weshalb die Wiener Volkspartei den Schwenk von Geld- zu Sachleistungen trotzdem vollziehen will. Aber auch Sachleistungen kosten Geld", so Lang. Die Debatte über die Familienleistungen sollte deshalb nicht dazu missbraucht werden, "Familien als unfähige Bittsteller zu verunglimpfen, die ohnehin nicht mit Geld umgehen können und besser mit kostenlosem Mittagessen in Schule und Kindergarten abgespeist werden sollen". Die Familien hätten zuerst auch ihre Steuern in Form von Geld an die Finanzämter gezahlt und nicht Kartoffelsäcke hingetragen.

 

Omas zur Kinderbetreuung

Als seinen Beitrag im "Kampf gegen Familienarmut" stellt der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien dank der Unterstützung von Licht ins Dunkel für bedürftige Familien unentgeltlich Omas zur Kinderbetreuung zur Verfügung: Oma-Dienst, 1190 Wien, Hofzeile 10-12/9/3: omadienst@edw.or.at.

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