Sonntag 11. Januar 2026
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Österreicher spenden heuer 400 Millionen Euro

(02.12.2010) Der aktuelle Spendenbericht 2010 zeigt: Österreicher sind auch in der Wirtschaftskrise solidarisch.

Entgegen vieler Befürchtungen waren und sind die Österreicher auch in der Wirtschaftskrise solidarisch: Nach der Steigerung des Spendenaufkommens von 350 Millionen Euro 2008 auf 380 Millionen Euro 2009 erwartet der Fundraising Verband für 2010 ein weiteres Wachstum des Spendenaufkommens auf 400 Millionen Euro. Das geht aus dem aktuellen Spendenbericht 2010 des Fundraising Verbands Austria (FVA) hervor.

 

Jahr mit großen Herausforderungen

"Die Österreicherinnen und Österreicher spendeten 2010 besonders für die Menschen in Haiti und in Pakistan. Gleichzeitig haben sie aber nicht auf die anderen Spendenthemen vergessen", zeigte sich FVA-Geschäftsführer Günther Lutschinger am Donnerstag, 2. Dezember 2010, bei einer Pressekonferenz erfreut. Dies konnte auch Gabriela Sonnleitner, verantwortlich für Kommunikation in der Caritas Österreich, bestätigen: "2010 war für die Caritas ein Jahr mit vielen Herausforderungen." Sie verwies auf die großen Katastrophen in Haiti und Pakistan und auf den deutlichen Andrang auf die Soforthilfestellen der Caritas im Inland.

 

Großes Herz

Für die Erdbebeopfer in Haiti konnte die Caritas 8,4 Millionen Euro an Spenden sammeln, für die Flutopfer in Pakistan immerhin auch etwas über sechs Millionen. "Auch für Menschen im Inland in Not haben die Österreicher wieder ein großes Herz gezeigt", so Sonnleitner. Schwierig sei es hingegen, für Auslands-Hilfsprojekte abseits großer Katastrophen genügend Geld zu lukrieren. Und genau solche Projekte seien von den Budgetkürzungen im Bereich der staatlichen Entwicklungshilfe betroffen.

 

Steuerliche Absetzbarkeit von Spenden

Zu dem erfreulichen Ergebnis hätten auch die positiven Rahmenbedingungen mit der Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden beigetragen, so FVA-Geschäftsführer Lutschinger: "Wir sehen seit der Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit eine eindeutig positive Entwicklung im Bereich der humanitären Hilfe. Im Bereich des Umwelt- und Tierschutzes ist diese Entwicklung aber rückläufig", erläuterte er.

Lutschinger forderte die generelle steuerliche Absetzbarkeit von Spenden. Die Auswirkungen auf das Budget seien minimal: "Mit einem Steuerausfall von lediglich einer Millionen Euro könnte diese Benachteiligung der Umwelt- und Tierschutzorganisationen repariert werden." Dem Staat sollte prinzipiell jede Spende gleich viel wert sein.

 

Land der Klein- und Zeitspender

Laut aktuellen Spendenbericht ist Österreich ein Land der Kleinspender. Überproportional viele Personen schwächerer Einkommensschichten spenden, während Großspenden von einkommensstarken Gruppen beinahe fehlen. Caritas-Pressesprecherin Sonnleitner machte im Rahmen der Pressekonferenz auch darauf aufmerksam, dass es beim Spenden nicht nur um Geld gehe. Ebenso wichtig seien "gute Sachspenden" und Zeit. Sie verwies auf rund 27.000 ehrenamtliche Caritas-Mitarbeiter. Ein Projekt, wo Zeit- und Sachspenden besonders gut verbunden sind, sei das Projekt LEO (Lebensmittel und Orientierung) der Caritas der Erzdiözese Wien.

Im Rahmen dieses Projekts bekommen Bedürftige in Pfarren einmal pro Woche Obst, Gemüse, Mehl, Zucker, Teigwaren oder Konservendosen. Damit verbunden ist auch das Angebot einer Caritas-Sozialberatung. 400 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in das Projekt involviert, und zahlreiche Firmen stellen Lebensmittel zur Verfügung.

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