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Christenverfolgung in Nahost

(06.12.2010) Die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" lädt zu Aktionstag am "Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember.

Auch die in Österreich lebenden Muslime sollen gegen die zunehmende Christenverfolgung im Nahen Osten protestieren: Diesen Appell richtete der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Hans Marte, am Montag, 6. Dezember 2010, bei einem Pressefrühstück der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" vor allem an jene Muslime, in deren Heimatländern den Christen nicht jene grundlegenden Freiheitsrechte zugestanden werden, die hierzulande allen zukommen. "Mit Genugtuung" habe die Plattform den scharfen Protest der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich gegen das Massaker an Christen in Bagdad vom 31. Oktober registriert, so Marte.

 

Fackelmarsch am 10. Dezember

Die oft gezielten Verletzungen der Religionsfreiheit in 50 Staaten - 35 davon islamisch dominiert - sind Thema eines Aktionstages am Freitag, 10. Dezember 2010, dem "Tag der Menschenrechte", in Wien. Die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" und ihre mehr als 20 Mitgliedsorganisationen wie Christian Solidarity Internationel (CSI), die Erzdiözese Wien/Kategoriale Seelsorge, "Iustitia et Pax" oder der Dominikanerorden informieren ab 12.00 Uhr mit einem Stand auf dem Stock im Eisen-Platz in der Wiener Innenstadt. Um 17.15 Uhr findet ein Fackelmarsch von der Staatsoper zum Stephansplatz statt, anschließend ein ökumenischer Wortgottesdienst im Wiener Stephansdom unter anderem mit dem Wiener Weihbischof Franz Scharl und dem syrisch-orthodoxen Chorbischof Emanuel Aydin.

 

Menschenrechte mit Füßen getreten

Christen seien weltweit die am meisten von Verfolgung betroffene Glaubensgemeinschaft: Von 100 wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen seien weltweit 75 Christen, so Marte. Beim Pressegespräch informierten neben Marte auch Elmar Kuhn von CSI, Herbert Rechberger von "Kirche in Not" sowie von Diskriminierung betroffene Christen aus dem Irak, aus Ägypten und der Türkei darüber, dass grundlegende Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Über gezielte Aktionen der türkischen Politik gegen das seit 1.400 Jahren bestehende Kloster Mor Gabriel und gegen die christliche Bevölkerung des Tur Abdin in der Südosttürkei berichtete Musa Islek - dessen ursprünglicher aramäischer Name von den Behörden "zwangstürkisiert" wurde.

 

Nie dagewesene Christenverfolgung im Irak

Dramatisch auch die Lage der Christen im Irak - einer seit den Anfängen der Kirche christlichen Region: Derzeit finde eine noch nie dagewesene Christenverfolgung statt, berichtete der von dort stammende Wail Yousif. Noch bei Kriegsbeginn 2003 lebten rund 1,5 Millionen Christen im Irak, jetzt weniger als ein Drittel davon. Höhepunkt des Terrors war das Blutbad am 31. Oktober, als in einer Kirche in Bagdad islamistische Geiselnehmer 58 Christen, darunter Kinder und Babys, ermordeten.

Die Teilnehmer des Pressegesprächs am Podium waren sich darin einig, dass der Widerstand des Westens und auch der hier lebenden Muslime gegen derartige Menschenrechtsverletzungen viel lautstärker werden muss.

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