Sonntag 11. Januar 2026
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Eine christliche Lebensform

(17.11.2010) In der Wiener Benediktinerabtei "Unserer Lieben Frau zu den Schotten" erfolgt am Freitag, 19. November, die Oblation von Elisabeth M. Seidl. Dabei verspricht sie, im Geist der Regel des heiligen Benedikt von Nursia und unter Führung des Evangeliums zu leben.

 

Benediktineroblaten leben in der Verbundenheit zu einem bestimmten Kloster. Sie unterstützen in ihren Gebeten die Anliegen der Klostergemeinschaft. Sie leben aber bewusst in der Welt und keineswegs als Ordensleute auf Zeit oder mit geringeren Verpflichtungen. Elisabeth M. Seidl, die ihr Versprechen als Oblatin abgibt, ist Geschäftsführerin der Katholischen Aktion Österreich. Sie hat zum Wiener Schottenstift zeit ihres Lebens eine gute Verbindung. Seidl ging 1965 hier in den Kindergarten. "In das Schottengymnasium konnte ich nicht gehen, denn es gab damals noch keine Mädchen in der Schule", erinnert sie sich. Doch durch Jungschargruppe, Pfadfinder und Firmunterricht ist Elisabeth Seidl der Schottenpfarre schon lange verbunden. Mittlerweile arbeitet sie in der Pfarre, bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung mit, hilft beim Osterfrühstück und unterstützt bei Konzerten.

 

Eine Symbiose zu einem Orden

Der Begriff des Oblaten stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Hingegebener oder Aufgeopferter. Ursprünglich wurden Kinder von ihren Eltern als Oblaten dargebracht, damit sie später Benediktiner oder Benediktinerinnen würden. Das ist heute nicht mehr so. Abt der Wiener Benediktinerabtei auf der Freyung ist Johannes Jung, er erkennt in der Lebensform des Oblaten beziehungsweise der Oblatin eine Lebenform für Christen: "Es ist einer der möglichen Wege eines Christenmenschen, sich in einer geistigen Umgebung heimisch zu fühlen, es ist eine Symbiose zu einem Orden." Für die Wiener Benediktiner bedeutet die Oblation von Frau Seidl "Freude, dass Menschen für den benediktinischen Weg zu begeistern sind und dass sie das für ihren eigenen Lebensweg erkennen."

 

Weltliches Leben, geistige Verbundenheit

Oblaten und Oblatinnen leben nicht in einem Kloster und führen ein weltliches Leben, das heißt sie üben einen Beruf aus. Elisabeth Seidl, Geschäftsführerin der Katholischen Aktion versucht, bewusst die Gebetszeiten der Mönche des Schottenstifts in ihren Lebensalltag zu integrieren: "Ich versuche zur selben Zeit, wie die Mönche in der Früh ihr Morgengebet absolvieren, zu Hause bei meiner Kerze und meiner Ikone mein Gebet zu verrichten, in dem Bewusstsein, dass die Mönche gerade dieses in ihrer Kirche beten, das verbindet mich." Sollte Elisabeth Seidl rund um die Gebetszeiten der Mönche des Schottenstiftes in der Nähe der Basilika auf der Freyung sein, wird sie dabei mitsingen und mitbeten.

 

Kein Gelübde, aber eine Absichtserklärung

Auch wenn die Oblation im kirchenrechtlichen Sinn kein Gelübde darstellt, ist eine gewisse menschliche und religiöse Reife Grundbedingung, ist doch die Oblation ein von der Kirche offiziell durch einen feierlichen Ritus bestätigter Vorsatz. "Es ist die Erklärung einer Absicht, dass man voneinander lernen will, dass man füreinander etwas tun will und in einer gewissen Form auch Gemeinschaft miteinander hält", erkärt Abt Johannes Jung vom Schottenstift.

 

Mit der Oblation von Elisabeth M. Seidl werden es zwei Oblatinnen sein, die sich an die Wiener Benediktinerabtei "Unserer Lieben Frau zu den Schotten" binden. In ihrer persönlichen Umgebung wurde die Entscheidung, in Hinkunft als Oblatin zu leben, mit großem Verständnis aufgenommen: "Sie erkennen, dass es mir sehr viel Kraft gibt und eine sehr starke Stütze ist", so Elisabeth Seidl.

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