Dienstag 24. Februar 2026
Artikel aus dem Archiv

Im Geiste des hl. Augustinus

(19.1.2014) Ein informatives Buch über die Augustiner Chorherren.

 

„Seit 900 Jahren kreuzen sich in Klosterneuburg Wege der Geschichte und Wege der Gegenwart, Wege Gottes und Wege der Menschen, Wege der Kirche und Wege der Welt“, schreibt der Augustiner-Chorherr und Liturgiewissenschaftler Andreas Redtenbacher CanReg in dem reich bebilderten Buch, das er anlässlich des 900-Jahr-Jubiläums des Stiftes Klosterneuburg verfasst hat.


Priestergemeinschaft

Die Augustiner Chorherren „versuchen ihren seelsorglichen Dienst zu tun, indem sie Menschen auf Gott hin empfindsam machen – auf Gott als den einzig tragenden Grund des Lebens, des Friedens, des Glücks, der das letzte Woher und Wohin des Menschen ist“, schreibt Redtenbacher weiters. Er zitiert dabei auch die „Verfassung“ („Konstitutionen“) der Augustiner Chorherren: „Die besondere Eigenart der österreichischen Augustiner Chorherren kann im Licht des geschichtlichen Werdens und aus den Erfordernissen der Gegenwart so bestimmt werden: Priestergemeinschaft für den Dienst am Volk Gottes. Die Chorherren bilden eine Priestergemeinschaft, um ihren Dienst für die Kirche, und hier besonders für die Diözese, besser erfüllen zu können. Diese Gemeinschaft ist also nicht Selbstzweck, sondern eines ihrer hervorragenden Ziele ist der Dienst“.


Kein Ordensgründer

Im Unterschied zu anderen Orden der Kirche haben die Augustiner Chorherren keinen eigentlichen Gründer. Die Idee der sogenannten „kanonikalen Lebensweise“ – der Bischof lebt mit seinem Klerus im Bischofshaus Kirche im Kleinen vor – geht auf den heiligen Bischof Augustinus von Hippo (354-430 n. Chr.) zurück, der mit seinen Priestern im Bischofshaus das Ideal urkirchlich-apostolischen Gemeinschaftslebens zu verwirklichen suchte.


Das Bischofskloster des Augustinus wurde „verbindlicher Maßstab“ für die Spiritualität der Chorherren, darum heißen sie auch „Augustiner Chorherren“ oder „Regulierte Chorherren, die lateinische Ordensabkürzung lautet „CanReg“. Wie sehr der hl. Augustinus auch heute noch prägend ist, beweisen die vielen Zitate aus der „Regel des heiligen Augustinus“ in dem Buch.


6 Stifte in „Österreich"

In Österreich gibt es heute sechs Augustiner Chorherrenstifte: St. Florian und Reichersberg in Oberösterreich, Herzogenburg und Klosterneuburg in Niederösterreich, Vorau in der Steiermark und Neustift in Südtirol.


Von Anfang an hatten die Stifte seelsorgliche, soziale und kulturelle Aufgaben zu erfüllen. Redtenbacher: „Einen Höhepunkt mit weltweiter Ausstrahlung im 20. Jahrhundert stellte die Volksliturgische Bewegung dar, die durch den Chorherrn Pius Parsch aus Klosterneuburg ihren Ausgang nahm und in der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils international reiche Früchte trug.“ Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., schrieb 2004 anlässlich des 50. Todestages von Pius Parsch: „Man macht sich heute kaum noch eine Vorstellung von der Bedeutung, die die Werke von Pius Parsch in den 20er bis 40er Jahren hatten. Sie hatten entscheidend das liturgische Bewusstsein der ganzen Kirche geformt.“


Pfarren in den USA

Wenig bekannt ist die räumliche Verteilung der 28 Pfarren des Stiftes Klosterneuburg, sie liegen zum  einen großteils in allen drei Vikariaten der Erzdiözese Wien, zum anderen in Norwegen (Bergen und Trondheim) und in den USA (St. Rocco’s und St. Patrick’s).   
Das Jubiläumsbuch bringt die ganze Fülle Klosterneuburger Lebens. Dazu zählen u. a. Informationen über den Gründer, den hl. Markgrafen Leopold III., den weltberühmten Verduner Altar, die Stiftsbetriebe, das Stift als Wissenschaftsstandort und das „Pius-Parsch-Institut für Liturgiewissenschaft“.      

Stefan Kronthaler

Gottesdienste
Finden Sie Gottesdienste in Ihrer Umgebung
ERZDIÖZESE WIEN
Wollzeile 2
1010 Wien
Tel.: +43 1 51552 - 0

anliegen@edw.or.at

Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
https://www.erzdioezese-wien.at/
Darstellung: Desktop - Mobil