„Mich hat in der Pfarre Leobendorf die Kinderpastoral sehr beeindruckt“, sagt Weihbischof Stephan Turnovszky: „Angefangen von der Jungschar bis hin zu den monatlichen Kinder-Wortgottesdiensten parallel zur Sonntagsliturgie. Und es gibt jetzt im Advent drei Rorate-Feiern in der Woche...“ Eine „gute Idee“ sei es auch, dass der „Familien-Fragebogen“ des Papstes im Rahmen einer Pfarrversammlung und nicht nur von Einzelpersonen diskutiert und beantwortet werde, unterstreicht der Weihbischof.
Wohl „völlig quer zum Zeitgeist“ sei die Präsenz der „Fraternität der Arche Mariens“ in der Pfarre. Der junge Schwesternorden ist seit eineinhalb Jahren in der Pfarre. Dieser Bettel-Orden sei „halb kontemplativ – die Schwestern beten sehr viel – und halb apostolisch“. Der Weihbischof fordert die Pfarre auf, „Verständnis für diese evangeliumsgemäße Lebensform“ einzuüben. Die Schwestern könnten gut in die Erstkommunion-Vorbereitung der Kinder integriert werden.
Die Leobendorfer Pfarrangehörigen könnte man in drei Gruppen einteilen, sagt Moderator Adam Bialek: die alteingesessenen Familien, diejenigen, die aus dem Wein- und Waldviertel in Richtung Wien gezogen sind, und junge Familien aus Wien, die in letzter Zeit „aufs Land“ gezogen sind.
Ein Schwerpunkt der Pfarre Leobendorf ist die Musik, unterstreicht Bialek: „Es gibt seit vielen Jahren den Kirchenchor, einen rhythmischen Chor und den Kinderchor und eine gute Verbindung zur Musikschule und zur Blasmusikkapelle, die alle zur Gestaltung der kirchlichen Feste beitragen.“ Besonders erwähnenswert sei die einmal im Monat stattfindende rhythmische Vorabendmesse, die weit über die Pfarrgrenzen hinaus beliebt ist und sehr gut besucht wird.
Auch die Pfarre schätzt das Charisma des jungen Frauenordens. Bialek: „Seit über eineinhalb Jahren leben die vier Schwestern der Gemeinschaft im Pfarrhof, die ihr spirituelles Leben hier verbreiten und durch das Gebet die Pfarrgemeinde stärken wollen. Außerdem bringen sie, da sie aus Brasilien stammen, neue Lebensformen in den Alltag der Pfarre.“
Eine große Sorge gilt den Kindern und Jugendlichen. Moderator Bialek: „Den Weg in die Pfarre finden immer weniger Kinder und Jugendliche, da sie durch die Nachmittagsbetreuung bzw. durch das immer größer werdende schulische Angebot immer weniger Zeit haben.“
Leider fehle der persönliche Kontakt zur Volksschule und damit zu den Kindern. Deshalb wäre es ganz wichtig, in der Pfarre jemanden zu haben, der sich für die Kinder- und Jugendarbeit ganz besonders einsetzen könnte. Ein Pastoralassistent wäre eine Bereicherung, um das brachliegende Potential, das die Pfarre sicherlich aufweist, zu nützen.
Kronthaler