Im Juni diesen Jahres einigte sich der Ministerrat auf eine Reform der Familienbeihilfe, die aus Spargründen nun wieder rückgängig gemacht wurde. „Die geplante Erhöhung der Familienbeihilfe kurzerhand wieder abzusagen, ist eine Vorgangsweise, die wir nicht tatenlos hinnehmen“, sagt Alfred Trendl, der Präsident des Katholischen Familienverbandes.
Alle sechs Familienorganisationen, der Katholische Familienverband, die Kinderfreunde, der Familienbund, der Freiheitliche Familienverband, die Plattform für Alleinerziehende und FamilienZukunftÖsterreich, fordern Solidarität und Fairness für Familien und starten im Internet eine parteiübergreifende Unterschriftenprotestaktion. Zu finden unter:
www.familienbeihilfeanheben.at
Ziel der Online-Petition ist eine sofortige Wertanpassung sowie eine gesetzlich festgeschriebene regelmäßige Inflationsanpassung. „Pensionen, Mindestsicherung und selbst die Parteiförderungen werden regelmäßig an die Inflation angepasst“, erklärt Trendl und fordert diese Selbstverständlichkeit auch für die Familienbeihilfe. Der Grundbetrag der Familienbeihilfe wurde mit 1. Jänner 2000 zum letzten Mal erhöht und beträgt seit knapp 14 Jahren unverändert 105,40 Euro pro Monat.
Im Jänner 2000 konnte man sich um einen Monat Familienbeihilfe 57 kg Brot kaufen, im Oktober 2013 waren es nur noch 36 kg. „Die jahrzehntelange Nichtanpassung zu ignorieren und weiter fortzuschreiben ist für den Präsidenten des Katholischen Familienverbandes eine „politische Ignoranz".
Wäre der Grundbetrag von 105,40 Euro pro Monat seit dem Jahr 2000 jährlich wertangepasst worden, müsste der heute schon bei 140,60 Euro pro Monat liegen. „Das sind knapp 425 Euro pro Jahr und Kind“, rechnet Trendl vor. „Jetzt wieder den Sparstift zuerst bei den Familien und Kindern anzusetzen, ist ein Armutszeugnis“, so Trendl. Er fordert auch Seniorenvertreter und Sozialpartner zur Solidarität mit den Familien auf und erwartet sich von ihnen die Unterzeichnung der Petition.