Dienstag 24. Februar 2026
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„Wir können nicht wegschauen"

(15.12.2013) Papst Franziskus fordert einen stärkeren Kampf gegen den Hunger.

Es sei ein Skandal, dass eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen hätten, sagte Papst Franziskus am Montag, 9. Dezember, in einer Videobotschaft zum Start einer Anti-Hunger-Kampagne von Caritas Internationalis. „Wir können nicht wegschauen und so tun, als ob dies nicht existierte.“


Frage des Willens

Die Abschaffung des Hungers ist nach Franziskus' Worten vor allem eine Frage des Willens. „Die Nahrung auf der Welt würde ausreichen, um alle satt zu machen", so Franziskus. Lebensmittel und Ressourcen dürften nicht verschwendet werden. Durch ein bewusstes Konsum- und Alltagsverhalten könne jeder einzelne zu einer gerechteren Welt beitragen, appellierte der Papst.


Leben in Würde

Der christliche Wille zum Teilen und zur Solidarität und Zusammenarbeit mit den Armen könne allen Menschen zu einem würdigeren Leben verhelfen. Die Institutionen weltweit und die Kirche rief Franziskus auf, die Menschheit als große Familie zu begreifen und denjenigen eine Stimme zu geben, „die leise am Hunger leiden“.


Vorbild Jesu

Er erinnerte an das Vorbild Jesu, der im Neuen Testament eine große Menge mit wenig Speise gesättigt habe. "Beten wir, dass Gott uns die Gnade gibt, eine Welt zu erleben, in der niemand mehr an Hunger sterben muss."


„Gebetswelle"

Alle 164 nationalen Caritasorganisationen in aller Welt beteiligen sich an dem Aufruf für eine „Zukunft ohne Hunger“. Die Kampagne startete am 10. Dezember mit einer Gebetswelle („wave of prayer“) rund um die Welt. Dieses begann um 12 Uhr mittags im Pazifik bei der Caritas in Samoa und endet 24 Stunden später wieder um 12 Uhr mittags in Roratonga in Ozeanien. Auch in Österreich nahmen zahlreiche Caritasorganisationen an dieser „Gebetswelle“ teil.

 
Recht auf Nahrung

Caritas-Präsident Michael Landau zeigt sich überzeugt: „Es ist möglich, den Hunger bis 2025 abzuschaffen, wenn alle mitarbeiten.“ Die Regierungen müssten das Recht auf Nahrung in der nationalen Gesetzgebung verankern, kleinbäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft fördern und den Zugang zu Land verbessern. Europa müsse die Entwicklungshilfegelder gezielt für Hungerbekämpfungsmaßnahmen aufstocken, der exzessiven Spekulationen auf Nahrungsmittel Einhalt gebieten und für einen gerechteren Agrarhandel sorgen, fordert Michael Landau.     

kap /ml

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