Mit einer großen Auftaktveranstaltung in der Wiener Donaucity-Kirche wurde am 28. November das ökumenische Projekt „Sozialwort10+“ offiziell gestartet. Zehn Jahre nach der Veröffentlichung des „Sozialwortes“ im Jahr 2003 soll das Dokument im kommenden Jahr in organisierten Lesekreisen wieder entdeckt und angesichts der aktuellen Herausforderungen auf seine Gültigkeit befragt und weitergeschrieben werden.
Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer bezeichnete den Prozess „Sozialwort 10+“ als gelebtes Beispiel für die Forderungen Papst Franziskus’ nach einer Kirche im Dienste der Armen. In seinem Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ bekräftige der Papst seine Forderungen nach einer gerechteren Welt und einer bescheidenen Kirche.
Besonders durch die Auswirkungen der globalen Finanzkrise hätten sich die Gegebenheiten in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in den letzten Jahren dramatisch geändert, sagte Magdalena Holztrattner, Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe). Deswegen stelle sich für das „Sozialwort 10+“ die besondere Frage, wie die Kirchen mit dieser neuen Situation umgehen sollen. Es würden sich allerdings auch Themen des alten Sozialwortes, wie Fragen nach fairer Arbeit oder globaler Gerechtigkeit in der neuen Version wiederfinden. Die ksoe wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) mit der Durchführung des Projekts „Sozialwort 10+“ beauftragt.
Der Vorsitzende des ÖRKÖ, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, betonte, dass die politische und gesellschaftliche Kraft des Sozialwortes vor allem in der Ökumene begründet sei. Das Sozialwort sei weltweit einzigartig und gleichzeitig ein ökumenischer Kompass mit einem breiten Themenfeld.
„Die Kirchen haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht“, erinnerte P. Alois Riedlsperger SJ, früherer Leiter der Katholischen Sozialakademie und maßgeblich an der Entstehung des Sozialwortes im Jahr 2003 beteiligt. Ziel des Sozialworts sei es, zu einer menschengerechten Gesellschaft beizutragen.
„Die Aktualität des Sozialworts ist ungebrochen. Es gilt, die Gottes- und Nächstenliebe zu erneuern“, sagte der langjährige „Sozial“-Bischof Maximilian Aichern.
kap