„Alle, die wir getauft sind, sind gerufen, Schüler Jesu zu werden. Es geht aber nicht nur darum, dass wir das wissen, sondern auch darum danach zu handeln und das, was wir von Jesus lernen, weiterzugeben. Alle sind wir gerufen, das zu tun – jeder einzelne.“ Das sagte der Wiener Priester Helmut Nagorziansky, der am 22. Februar im niederösterreichischen Schloss Grafenegg mit dem Romero-Preis 2013 der Katholischen Männerbewegung Österreich (KMBÖ) ausgezeichnet wurde. „Padre Helmut“ dankte beim Festakt auch seinen Vorgängern als Romero Preisträger Josef Heissenberger und dem im Saal anwesenden Heribert Leuthner, die ihn bei einem Besuch „mit dem Virus der Mission infiziert haben“. Nach seiner Seelsorgetätigkeit in Gloggnitz, Semmering und St. Christoph am Rennbahnweg hatte er gesehen, dass er „dort die Seelsorge noch viel lebendiger begleiten kann".
Helmut Nagorziansky engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für Entwicklungszusammenarbeit in der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador. 1987, im Alter von 45 Jahren, begann er seine Mission. Sein bisher größtes Projekt startete er mit dem Bau der Schule „Monsenor Francisco Dolera“ in der Stadt Daule, die 2012 eingeweiht wurde. Zuletzt wirkte er als Generalvikar an der Seite des Erzbischofs in Guayaquil. Weitere wichtige Projekte waren der Bau zahlreicher Wohnhäuser, der Ausbau der Seelsorge mit vielen Laienmitarbeiterinnen und -mitarbeitern und das Altersheim Sonnenblume.
Der an den salvadorianischen Märtyrerbischof Oscar Romero erinnernde Preis wird seit 1980 von der KMBÖ und ihrer entwicklungspolitischen Aktion „SEI SO FREI“ an Personen vergeben, die sich für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen. Preisträger waren u.a. Bischof Erwin Kräutler und Waris Dirie.
An der diesjährigen Preisverleihung nahmen u.a. der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, der Botschafter der Republik Ecuador, Wilson Marcelo Pastor Morris, Weihbischof Stephan Turnovszky und der niederösterreichische Landesrat Karl Wilfling teil. Weihbischof Turnovszky betonte die Wichtigkeit der Arbeit der Wiener Missionare in Ecuador. Karl Wilfling dankte Helmut Nagorziansky dafür, dass er „Verantwortung für unsere Erde und für die, die unserer Hilfe bedürfen“ trage.
kap