Das Haus der Barmherzigkeit in der Tokiostraße im 22. Wiener Gemeindebezirk hat seit kurzem für seine Bewohnerinnen und Bewohner eine ganz besondere Veranstaltung auf dem Programm. Jeden Monat öffnet für einige Stunden das „Demenz-Tanzcafé“ seine Pforten. Zu Musik aus ihrer Jugend und in feierlicher Kleidung haben die Bewohnerinnen und Bewohner dann die Gelegenheit, sich nach Herzenslust im Takt zu drehen. Der Raum ist natürlich entsprechend dekoriert und eine festliche Kaffeehaus-Atmosphäre schafft Wohlbefinden.
Die Idee, die hinter diesem Demenz-Tanzcafé steht: Tanz ist eine Bewegungsform, die tief in unserer Gesellschaft verankert ist. Bei DemenzpatientInnen erlaubt sie ein Aktivieren des sogenannten Körpergedächtnisses, es hellt ihre Stimmung auf und kann zur Steigerung der kognitiven Leistungen beitragen. Das alles ruft verloren gegangene Erinnerungen wach. So wird das Tanzen in diesem Rahmen zur wirksamen Therapieform.
Tanzen kann jedoch nicht nur Erinnerungen zurückbringen – regelmäßiges Tanzen dient auch der Vorbeugung von Demenzerkrankungen, wie Haus der Barmherzigkeit–Institutsdirektor Christoph Gisinger erklärt: „Aktuelle Studien belegen, dass die Verbindung von Bewegung und sozialer Interaktion der beste Schutz gegen Demenzerkrankungen ist“, so Gisinger.
Unterstützt wird das „Tanzcafé“ des Hauses der Barmherzigkeit von der Tanzschule Elmayer. „Diese Veranstaltung trifft ein tiefes Bedürfnis vieler Menschen, nämlich: sich zu Musik rhythmisch zu bewegen“, weiß der Leiter der Tanzschule Thomas Schäfer-Elmayer. Künftig bringen die jungen Tanzpaare der renommierten Wiener Institution einmal monatlich Schwung in die Veranstaltung. Außerdem soll auch ein Tanzpaar mit lateinamerikanischen Rhythmen jugendlichen Schwung in die Veranstaltung bringen.
Das Tanzcafé ist nicht die erste Kooperation zwischen dem Haus der Barmherzigkeit und der Tanzschule Elmayer. Bereits seit 94 Jahren kommt der Erlös des traditionellen Tanzschulballs „Elmayer-Kränzchen“ in der Hofburg dem Haus der Barmherzigkeit zugute.
Die Haus der Barmherzigkeit-Gruppe bietet schwer pflegebedürftigen Menschen Langzeit-Betreuung. In fünf Pflegekrankenhäusern bzw. -heimen sowie vierzehn Wohngemeinschaften in Wien und Niederösterreich leben rund 1.300 geriatrische BewohnerInnen und jüngere KlientInnen mit mehrfachen Behinderungen. Neben bestmöglicher medizinischer und pflegerischer Versorgung legt das Haus der Barmherzigkeit besonderen Wert auf einen selbstbestimmten und abwechslungsreichen Alltag.