Der Vatikan hat Montagmittag, 18. November, die Wahl des Salzburger Domkapitels bestätigt. Der 57-jährige Franz Lackner - bist jetzt Weihbischof der Diözese Graz-Seckau - ist der 91. Bischof von Salzburg, der 90. Nachfolger des heiligen Rupertus und der 79. Erzbischof. Am Tag darauf hat sich der neue Salzburger Erzbischof Franz Lackner der Öffentlichkeit vorgestellt. „Ich komme mit offenem Herzen nach Salzburg“, unterstrich Lackner bei einer Pressekonferenz im Salzburger Erzbischöflichen Palais. Er freue sich auf die neue Aufgabe, „wenngleich mit einem leichten inneren Zittern“. Anschließen wolle er als neuer Erzbischof dort, „wo andere aufgehört haben“, so Lackner im Blick auf seinen Vorgänger Alois Kothgasser.
Orientierung gebe ihm auf diesem Weg das bekannte Wort des heiligen Augustinus „Mit Euch bin ich Christ und für Euch bin ich Bischof" sowie eine Basisaussage des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi".
Als zentrale Erfahrung in der Suche nach Gott und dem Sinn des Lebens erwies sich in der Biografie des neuen Erzbischofs sein Einsatz als UNO-Soldat in Zypern. Dort entdeckte er die Bibel für sich, wobei das Lesen einer Stelle im Matthäusevangelium - „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen." - für Lackner eine Lebenswende bringen sollte: „Da war mir, als ob Gott vorüberginge. Ich war zutiefst berührt und innerlich erschüttert. Ich konnte nicht mehr weiterlesen. Eine Sehnsucht ist aufgebrochen. Dieses Ereignis prägt und bestimmt meine Gottesbeziehung und mein Glaubensleben bis auf den heutigen Tag“, so der neue Erzbischof.
Vor diesem biografischen Hintergrund bedeutet Christ-Sein für Lackner "Gott finden und je neu suchen." Der Rat eines Priesters an ihn „Gib Gott in Deinem Leben eine Chance!" habe sich als „das große Wagnis des Glaubens“ erwiesen. Vor 35 Jahren habe er damals erstmals ein „Ja“ zur priesterlichen Berufung gesprochen, wobei das Ringen und Suchen im Glauben nicht abgeschlossen blieben. Lackner erinnerte daran, dass der Glaube im Raum der Kirche immer auch Gemeinschaft mit Gott und den Menschen ermöglicht. „Glaube schließt nicht aus, sondern ist allianzfähig mit allen Bereichen des menschlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens“, so der neue Erzbischof der von Kunst, Kultur und Wissenschaft geprägten Stadt an der Salzach.
Der nunmehr emeritierte Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser zeigte sich sehr erfreut über seinen Nachfolger. Franz Lackners Lebensweg zeige einen „frohen, tief im Glauben verwurzelten und seelsorglich eifrigen Priester und Bischof“, so Kothgasser: „Ein Steirer folgt dem Steirer nach in der Salzachstadt. Ich freue mich und danke Papst Franziskus und unserem Salzburger Domkapitel, vor allem aber dem Guten Hirten Jesus Christus für dieses schöne Geschenk.“
Der Franziskaner Franz Lackner werde „die Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar machen und die Sorge und die Liebe für die Schöpfung und für alles Lebendige in unserer Mitte vergegenwärtigen“, zeigte sich Kothgasser überzeugt. Lackner kenne das Leben und die Situation der Menschen. Er stehe der Jugend nahe und sei „ein Denker, der das Leben reflektiert und mit den Menschen geht und steht".
Die feierliche Amtseinführung des neuen Salzburger Erzbischofs findet am Sonntag, 12. Jänner 2014, um 14 Uhr im Salzburger Dom statt. Franz Lackner wird dem Domkapitel das päpstliche Ernennungsschreiben präsentieren und damit von seiner Diözese „kanonisch Besitz ergreifen“.
kap/ml