Papst Franziskus hat am 21. Oktober den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Audienz empfangen. Tebartz hielt sich bereits seit einer Woche in Rom auf, um mit dem Papst und dessen Mitarbeitern über die aktuelle Situation in seiner Diözese zu reden. Über den Inhalt der Begegnung wurde seitens des Vatikans, wie bei Privataudienzen üblich, nichts mitgeteilt. Die Zukunft des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst bleibt damit vorerst ungewiss.
Im Schatten der Querelen in der Diözese Limburg traf der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, bereits am 17. Oktober im Vatikan mit Papst Franziskus zusammen. Über konkrete Ergebnisse des Gesprächs wollte Zollitsch im Anschluss zwar nichts sagen, er kündigte aber an, dass die von ihm eingesetzte Prüfungskommission zur Klärung der Kosten des Limburger Bauprojektes und seiner Finanzierung am 18. Oktober ihre Arbeit aufnehmen werde.
Der Erzbischof zeigte sich „zuversichtlich“, dass „alle Seiten an einer guten und baldigen Lösung interessiert sind, um die Lage in der Diözese Limburg zu beruhigen und um einen Weg aus der schwierigen Situation zu finden“.
Kardinal Christoph Schönborn betonte unterdessen, dass es in der katholischen Kirche klare Kontrollinstanzen gibt, die jede missbräuchliche Verwendung von Finanzmittel eigentlich verhindern müssten. Schönborn verwies auf den mit externen Experten besetzten Kontrollrat in der Erzdiözese Wien, der die Verwendung der Finanzmittel sehr genau kontrolliert; weiters auf die interne Kontrollstelle, die alle Pfarrbudgets und diözesanen Dienststellen kontrolliert sowie auf den vom Kirchenrecht vorgeschriebenen Vermögensverwaltungsrat.
Vorfälle wie in der deutschen Diözese Limburg oder auch in der slowenischen Erzdiözese Marburg dürften eigentlich nicht vorkommen. Schönborn: „Das Kirchenrecht setzt hier sehr strenge Maßstäbe an. Ist ja nicht unser Geld, sondern das Geld der Gläubigen.
Die diözesane Finanzgebarung agiert treuhänderisch." Das müsse bei Investitionen genauso beachtet werden wie bei Veranlangungen. So bemühe man sich beispielsweise bei den kirchlichen Pensionsfonds für Priester darum, besonders verantwortungsvoll zu veranlagen. Spekulative Investments seien ausgeschlossen. Nachsatz: „In erster Linie versuchen wir in Menschen zu investieren.“
kap/ aha