„Wir haben viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Leben in den Pfarren Stillfried und Ollersdorf (Dekanat Gänserndorf) lebendig machen. Das gibt uns Hoffnung“, sagt Moderator Bonaventure Okitakatshi Lama, der seit 14 Jahren in beiden Pfarren tätig ist. Als Pfarrer bemühe er sich, „die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten“. Dazu gehöre auch, „die Fernstehenden und die ausgetretenen Personen anzusprechen“. Das alles dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, „dass auch hier die Mitfeier der Sonntagsmesse rückläufig ist und es immer schwieriger wird, die Jugend zu erreichen".
Es gebe die Erfahrung, „dass Menschen, selbst wenn sie als Jugendliche eher der Kirche fern stehend erscheinen, oft als Erwachsene oder junge Eltern wieder in Kontakt mit der Kirche treten“. Die Menschen wortwörtlich „abzuholen“, ist ein Angebot in der Pfarre Stillfried. Pfarrgemeinderatsmitglieder bieten den älteren und gebrechlichen Menschen des Ortes an, sie mit dem Auto zur Kirche zu bringen, die in Stillfried hoch auf dem Berg steht. Bonaventura über die Visitation: „Natürlich wird es nicht so sein, wie es in einer afrikanischen Weisheit heißt: Nach dem Regen wachsen die Pilze. Ich meine, es ist noch zu früh, um zu sagen, wie viel Frucht die Visitation bringen wird, aber sie hat in jedem Fall ein sehr positives Echo gehabt."
Beeindruckt hat Weihbischof Franz Scharl in beiden Pfarren „die aktive Sorge um die Zukunft der jeweiligen Pfarren, die deutlich spürbar war“. Zudem: Jede Menge Talente, die schon sichtbar sind bzw. noch entdeckt und geweckt werden können und wohl auch müssen. Scharl empfiehlt, „den Menschen nicht zu wenig zuzutrauen sowie sich selbst deutlich mehr zuzutrauen“ und sich aktiv in den Diözesanen Entwicklungsprozess APG2.1 einzubringen, „damit man nicht unerwartet überrascht wird“. Auch sollte die Arbeit mit den Ministrantinnen und Ministranten ausgebaut werden. In den jeweiligen Pfarren – „und warum nicht auch miteinander?“ – sollte „ein eigenes Team gebildet werden, das sich wirklich für Mission und für das Jüngerschafts-Training pro-aktiv“ einsetzt.
Für die Pfarre Prottes, die Bernhard Messer, Moderator in Groß-Schweinbarth, erst am 1. Mai übernommen hat, werde es, so Messer, „darauf ankommen, die Talente von solchen wahrzunehmen, die sich engagieren wollen und ihnen Mut zu machen“. Letzteres sei seine „größte Hoffnung an die Visitation“. Messer: „Ich will die Pfarre nicht ver-sorgen, sondern mit allen den Weg gehen, für den wir als Getaufte gesandt und befähigt sind. Erst einmal entdecken und fragen, was Christus mit uns vorhat.“ Eine große Sorge vieler seien die Kinder. In der Ministrantenarbeit sei „schon einiges erfolgt, was auch gut sichtbar ist“. „Auch geschieht vieles im Stillen, was wir vielleicht häufiger vor den Vorhang holen sollten“, unterstreicht Messer: „Vielleicht gelingt es uns, das ,Wir sind wir‘ etwas dahingehend auszuweiten, dass wir sehen können, dass ,Wir für andere‘ als Christen berufen sind.
Kron