Mittwoch 25. Februar 2026
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Pfarre Hausleiten: „Ich war schnell integriert"

(20.10.2013) Andreas Guganeder erzählt von seiner neuen Aufgabe. 

 

Nun ist er wieder ins Weinviertel zurückgekehrt: Andreas Guganeder, Priester der Erzdiözese Wien, aus Neudorf bei Staatz. Zwei Jahre lang war er nun in Baden Kaplan der Pfarre St. Stephan und Rektor der Frauenkirche. Von der Kleinstadt ist er mit 1. September als Provisor in die Landpfarre Hausleiten gewechselt.


Keine Anonymität

Die Umstellung sei gewaltig gewesen. Die Stadt hatte einen Vorteil: Guganeder konnte auch am reichen städtischen Kulturleben teilhaben. „Was das Schönere am Land ist, dort fällt die Anonymität völlig weg. Man ist in kürzester Zeit integriert.“ Das ist der große Unterschied zu Baden, wo es eine Zeit gebraucht hat, bis er bekannt wurde. „In eine Landpfarre kommt der neue Pfarrer, 80 Prozent oder mehr interessieren sich dafür und wissen bald, wenn man sich auf der Straße begegnet, das ist der Pfarrer.“


Neubeginn erleichtert

Er habe dadurch auch relativ schnellen und leichten Zugang zu den Menschen bekommen. „Das hat den Neubeginn in Hausleiten erleichtert und vielleicht etwas von der Traurigkeit des Abschiednehmens genommen. Denn in zwei Jahren knüpft man Verbindungen, Freundschaften entstehen. Da fällt der Abschied trotzdem schwer."


In der letzten Augustwoche ist Andreas Guganeder an einem Tag übersiedelt. „Dort raus, hier rein. Bis man wirklich dann hier wohnt, dauert es natürlich wesentlich länger. Am Anfang lebte ich zwischen und aus Kisten. Es brauchte seine Zeit, bis ich alles soweit geordnet hatte und ich sagen konnte: Jetzt bin ich wirklich eingezogen und lebe hier.“


Anstrengende Tage

Die ersten Tage in der neuen Pfarre seien furchtbar anstrengend gewesen. Guganeder hatte den Eindruck, was er sonst das ganze Jahr an Arbeit hätte, käme jetzt geballt auf ihn zu. „Die Leute wollen wissen: Wie geht es weiter, wie macht es jetzt der Neue, verändert sich etwas, bleibt es gleich? Es müssen Entscheidungen getroffen werden. Die Pfarrmitglieder können natürlich jetzt nicht auf mich Rücksicht nehmen. Das Pfarrleben an sich läuft ja weiter. Als Neuer ist man ein Quereinsteiger in ein laufendes Rad. Bis man den Rhythmus drinnen hat und mitkommt, solange macht  es den Anfang  einfach schwierig.“  Es gebe sehr viel zu tun. Der ganze Tag sei gut ausgefüllt. Am Abend  würden noch einige notwendige Sitzungen dazukommen. „Ich komme spät ins Bett. Die Einheimischen wollen den Pfarrer auch näher kennenlernen. Alles legitime Wünsche, die man berücksichtigen muss.”
    

Guganeder besucht zurzeit den  Pfarrverwaltungskurs und bekommt das Handwerkszeug für das Pfarrer-Sein mitgegeben. „Man kann  in den vier Tagen nicht alles erlernen, aber man bekommt Notfallnummern mit. Dort kann ich anrufen, wenn ich nicht mehr weiter weiß, und sagen: Ich habe folgendes Problem.“


Erstes Kennenlernen

Innerhalb eines Monats konnte Provisor Andreas Guganeder Hausleiten besser kennenlernen. „Es ist eine Pfarre, aber sie besteht aus zehn Ortschaften. Schon bei meinen Vorgängern ist es immer so gewesen, dass unter der Woche abwechselnd draußen in den jeweiligen Ortskapellen auch Gottesdienste stattfinden. Da hat es sich eingebürgert, dass es einmal im Monat nach dem Gottesdienst eine kleine Agape gibt und die Gottesdienstbesucher sich zusammensetzen. Es ist für mich insofern angenehm gewesen, weil ich mit einem Teil der großen Gemeinde zusammenkommen und plaudern konnte - und nicht mit allen gleichzeitig. Jetzt bin ich einmal meine Pfarre in jeder Ortschaft abgetingelt.  So war es mir möglich, mit den Menschen den ersten Kontakt aufzunehmen.“


Vor allem Hirte

Andreas Guganeder ist auch nicht enttäuscht, dass er zurzeit in der Erzdiözese Wien nicht Pfarrer werden kann: „Keiner in der Pfarre sagt zu mir ,Herr Provisor’, sondern selbstverständlich ,Herr Pfarrer’. Ich bin Leiter dieser Pfarre, ich gehe mit Papst Franziskus fast konform und sage: Ich bin Hirte dieser Gemeinde, der als Hirte auch den Geruch der Schafe haben, also mit den Menschen leben soll. Da ist es egal, was auf dem Papier steht. Die Menschen freuen sich, wenn es einen gibt, der für sie und mit ihnen da ist. Es ist ihnen dies zehnmal wichtiger, als wenn ein Dekret vorhanden ist, wo Pfarrer draufsteht.“            

ml

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