„Die Visitation hat das gebracht, was wir erhofft haben: Stärkung und Ermutigung für die Pfarre“, sagt Pfarrmoderator Raimund Beisteiner anlässlich der Visitation der Pfarre Wiesmath (Dekanat Kirchschlag) durch Weihbischof Helmut Krätzl. Im Frühjahr hat in Wiesmath eine „Lange Nacht der Kirche“ stattgefunden – mit großem Erfolg. Beisteiner: „Zur Zeit befinden wir uns inmitten der Planungsphase für die Kircheninnenrenovierung. Nach außen hin gibt also unsere Pfarrgemeinschaft kräftige Lebenszeichen von sich. Die innere Lebendigkeit einer Pfarre muss aber auch stets gefördert werden.“
Wichtig sind der Pfarre alle Angebote, die den Einzelnen im Glauben und im Beten stärken sollen. Seit einigen Jahren gibt es etwa eine wöchentliche Anbetungsstunde. „In der Fastenzeit konnten wir in Zusammenarbeit mit den Pfarren Hollenthon und Lichtenegg eine Einkehrabend-Reihe durchführen.“ Eine Herausforderung für die Zukunft werden vor allem die strukturellen Reformen sein. „Die Öffnung für die Veränderungen, die auf uns zukommen, ist eine große Aufgabe für den Pfarrer zusammen mit dem PGR“, sagt Beisteiner: „Allerdings plädiere ich gegen vorschnelle Experimente und überhastete Lösungsversuche.
Vor allem dürfen wir aber die Menschen vor Ort nicht aus den Augen verlieren.“ Trotz des überdurchschnittlichen Kirchenbesuches „dürfen wir nicht übersehen, dass die Bindung an die Kirche rapid nachgelassen hat, dass viele mit ihren persönlichen Problemen und Fragen allein sind“, gibt Beisteiner zu bedenken: „Das ist Herausforderung und Chance zugleich, um den Menschen als Kirche zu dienen."
„Ich möchte euch loben, dass ihr so viel für die Kinder in der Jungschar macht. Jeder Jahrgang eine Gruppe“, sagte Weihbischof Helmut Krätzl in seiner Predigt am 13. Oktober. „Versucht, die Jugend herauszufordern, sich nun im Alter der Entwicklung und Ablösung ein eigenes Gottesbild zu schaffen“, unterstrich Krätzl. Die Jugendlichen „werden Jesus lieben, wenn sie merken, wie er sich einsetzt für Gerechtigkeit, für Wahrhaftigkeit, die Schwachen gegen die Mächtigen verteidigt, die Schöpfung lobt und Freude unter die Menschen bringt“.
Und es gelte, Wunden zu heilen, wie Papst Franziskus sagt. Krätzl: „Wunden heilen, da denke ich auch an Menschen, die der Kirche fern stehen. Der Papst sagt, geht hinaus zu ihnen. Was hat sie verwundet, was enttäuscht?“ Verwundet seien auch solche, deren eheliche Beziehung zerbrochen ist und die es in einer „zweiten“ Ehe neu versuchen. Sie kämen sich manchmal wie Aussätzige in der Kirche vor, weil hier rechtlich gestritten werde, ob sie zu den Sakramenten gehen können.
Im Hinblick auf den Diözesanen Erneuerungsprozess sei die Pfarre Wiesmath „sogar einen Schritt voraus“. Krätzl: „Sie haben in letzter Zeit gelernt und erfahren, was die intensivere Zusammenarbeit im sogenannten Seelsorgeraum mit Lichtenegg und Hollenthon Gutes bringt: Das Treffen der PGR Mitglieder zwei Mal im Jahr, die gemeinsamen Einkehrabende, die Vernetzung der PGR um damit auch Kenntnisnahme von Veranstaltungen und die Zusammenarbeit der Priester.“
Stefan Kronthaler