Mittwoch 25. Februar 2026
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Syrien: Pfarren helfen Flüchtlingen

(23.3.2014) Melkitischer Erzbischof von Homs, Jean Abdo Arbach, informiert bei Wien-Besuch über die Situation in Syrien.

Die katholischen Pfarren in der Region Homs haben trotz bitterer Armut, Zerstörung, Hunger und Versorgungsengpässen viele Flüchtlinge aus den islamistisch beherrschten Teilen Syriens aufgenommen. Das berichtete der melkitische griechisch-katholische Erzbischof von Homs, Jean-Abdo Arbach, bei einem von der Stiftung „Pro Oriente“ am Montagabend veranstalteten Informationsabend in Wien.


Der Erzbischof war am Freitag zuvor von Papst Franziskus empfangen worden. Der Papst hatte sich von ihm aus erster Hand über die Lage in Syrien informieren lassen. Franziskus sei sehr besorgt über die Zukunft des Landes und über die Situation der Christen, sagte der Erzbischof anschließend. Er habe den Papst bei dem 15-minütigen Gespräch vor allem über die humanitäre Situation in Syrien und über das Leiden der christlichen Gemeinden informiert. Besonders habe er, so Arbach, von der Situation in Hama, der ebenfalls am Orontesfluss gelegenen Nachbarstadt von Homs, berichtet, wo es jeden Tag Tote gebe. In Wien sagte Arbach, im Augenblick werde in Homs nicht gekämpft, und der größte Teil des Stadtgebiets und Umlands sei in der Hand der Regierung. Große Teile der Stadt lägen in Schutt und Asche, auch die Kathedrale habe schwere Zerstörungen erlitten.


Ständige Angst

Die Kirche müsse die Menschen, die zum Teil alles verloren und auch keine Erwerbsmöglichkeit mehr haben, mit dem Lebensnotwendigsten versorgen und sie seelisch unterstützen. Rund 20.000 Katholiken lebten weiter in Homs, und die alten interreligiösen Kontakte mit Imamen und muslimischen Nachbarn hätten in den meisten Fällen keinen Schaden erlitten, so der Erzbischof. Größte Sorge sei die Schulbildung, denn die Schulen seien geschlossen. Die Kirche organisiere deshalb improvisierten Ersatzunterricht. Die Kinder, aber auch alle anderen Bewohner, lebten in ständiger Angst, so Arbach. Jederzeit könnten Autobomben explodieren und Scharfschützen von Dächern auf Menschen zielen. Dies gehöre mittlerweile zum Alltag.


Der Erzbischof hält auf lange Sicht eine Entwicklung wie im libanesischen Bürgerkrieg für möglich. Eine Lösung sei jedenfalls nicht in Sicht. 

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