Mittwoch 25. Februar 2026
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Hören auf Pius Parsch

(16.3.2014) Die Impulse des Chorherrn Pius Parsch sind „noch immer nicht voll ausgeschöpft".

Die Reformimpulse des Augustiner-Chorherren und Liturgiepioniers Pius Parsch sind auch 50 Jahre nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils noch immer nicht voll ausgeschöpft. Darauf wies der Propst des Stiftes Kosterneuburg und Abtprimas der Augustiner-Chorherren, Bernhard Backovsky, bei der Eröffnung des Pius-Parsch-Symposions am 13. März im Stift hin.

 

Heutzutage würden Liturgie und Liturgiewissenschaft vor großen Herausforderungen stehen, die dringend eine neue Auseinandersetzung mit den Grundfragen der Liturgiereform und der Liturgiekonstitution des Konzils („Sacrosanctum Concilium“) nötig machen, so der Propst. „Liturgie lernen und leben –zwischen Tradition und Innovation“ lautete das Motto des Symposions, das heuer dem 60. Todestag von Pius Parsch (1884-1954) gewidmet ist. Ihn freue es sehr, dass das Stift Klosterneuburg, seit jeher herausragende Stätte gelebter Liturgie, Schauplatz dieses Symposions sei, sagte Backovsky.


Der Vorstand des Pius-Parsch-Instituts für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie in Klosterneuburg, Univ.-Prof. Andreas Redtenbacher CanReg, verdeutlichte die Wichtigkeit von Parschs Erbes für die heutige Kirche. Insbesondere der von Parsch geprägte Begriff der Volksliturgie habe für den Gottesdient die am eindrücklichsten sichtbare Wende bedeutet, so Redtenbacher.


Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, betonte in seiner Grußbotschaft, wie wichtig die Beschäftigung mit liturgischen Fragestellungen für die Kirche sei. Auch Papst Franziskus messe der Übereinstimmung zwischen Liturgie und öffentlichem Leben in der Gemeinde zentrale Bedeutung bei. Pius Parsch sei in dieser Hinsicht eine herausragende Persönlichkeit und ein Vordenker gewesen.


Eine „neue liturgische Bewegung"

In seinem Eröffnungsvortrag betonte der renommierte italienische Liturgiewissenschaftler Andrea Grillo, erst die Beschäftigung mit Pius Parsch ermögliche es, die liturgische Bewegung und die Liturgiereform besser zu verstehen. Er konstatierte, dass sich die Liturgiewissenschaft nach der Reform von 1963 in einer Art Sackgasse befände und plädierte dafür, eine „neue Liturgische Bewegung“ ins Leben zu rufen. Dies wäre nötig, um die authentischen Anliegen der liturgischen Bewegung wieder in den Vordergrund zu rücken. Deswegen sei Parsch in der heutigen theologischen Auseinandersetzung eine wichtige Ressource für die Lösung liturgischer Probleme, schloss der Italiener.


Pius Parsch bereitete der „Liturgischen Bewegung“ in Österreich den Weg. Ab 1922 feierte er Gemeinschaftsmessen in der Kirche St. Gertrud (Klosterneuburg), bei denen Teile der Messfeier vom Volk in deutscher Sprache gesungen wurden („Betsingmesse“).  Parsch wollte damit eine aktivere Teilnahme der Mitfeiernden. Diese Feiern gelten als die Geburtsstunde der liturgischen Bewegung in Österreich. Ein Durchbruch gelang 1933, als beim Wiener Katholikentag eine Betsingmesse gefeiert wurde. Parsch gab seit den 1920er Jahren eine Reihe theologischer Zeitschriften heraus.   

Kronthaler

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