Mittwoch 25. Februar 2026
Artikel aus dem Archiv

Florian Kuntner: „Herzbischof des Südens"

(23.3.2014) Eine Umfrage von Stefan Kronthaler über das geistige Erbe des Weihbischofs.

 

Weihbischof Florian Kuntner ist schon 20 Jahr tot. Die jüngere Generation kennt ihn leider nicht mehr. Die Älteren aber schwärmen noch immer von seiner so menschlichen und spirituellen Ausstrahlung. So vielen hat er Freude am Glauben und an der Kirche vermittelt und sie versuchen es in seinem Geist weiterzugeben. Gemeinsam wurde ich mit ihm 1977 zum Bischof geweiht. Gott hat ihn zu früh heimgeholt. Wir würden ihn heute noch sehr nötig brauchen.
Weihbischof Helmut Krätzl

Das Wesentliche seines geistigen Erbes sind sein Wahlspruch, „Sorge um die Gemeinden“ und sein einfacher Lebensstil. Was heute als große Schlagworte verkauft wird, war sein Grundanliegen, denn aus dem Gedanken der Verkündigung und der Option für die Armen hat er gelebt. Manche Projekte aus seiner Amtszeit laufen heute noch.
Peter Meidinger, Pfarrer in Piesting und Dreistetten

Bischof Florian war menschlich feinfühlig. Er hat bei den verschiedenen Organisationen, denen er vorstand, nie den „Chef“ hervorgehoben, alle andere Meinungen akzeptiert und gewürdigt, immer so vermittelt, dass es ihm gelang, bei noch so widersprüchlichen Gegensätzen einen Konsens zu schaffen. Bischof Florian kannte seine eigenen Grenzen. Die gute Arbeit mit einem für die Sache guten Ergebnis war ihm das Allerwichtigste. So wurde er bei MitarbeiterInnen und den Menschen in den Gemeinden ein „Bischof zum Angreifen“. Bischof Florian war ein Mann der Kirche. Für sie hat er sich eingesetzt, er war zu allen Bischöfen loyal, doch sein Augenmerk galt der Basis. Bischof Florian war kühn: Bei Bischofsernennungen, die bei der Bevölkerung Unmut erzeugten, begab er sich zu Papst Johannes Paul II. und informierte ihn.
P. Jakob Mitterhöfer SVD, Missionshaus St. Gabriel

Weihbischof Florian Kuntner war ein begabter, herzlicher Mensch, ein Meister des Kontakts, und er begegnete allen Menschen in Offenheit und Wertschätzung, was ihm und seinen Anliegen Türen und Herzen öffnete. Er lebte das Evangelium in der von Jesus verkündeten Geschwisterlichkeit, schätzte und setzte seine Mitarbeiter auf allen Ebenen verantwortlich ein, war mir und vielen nicht ein bischöflicher Chef ,sondern ein herzlicher Freund. Kein Wunder, dass er keine Angst vor Neuem hatte, dass Bewegungen, Hilfseinrichtungen für die Armen und Verfolgten und eine positive Atmosphäre aufblühten und sein allzu früher Tod tiefe Trauer, sogar bei Fernstehenden, auslöste.
Fritz Giglinger, Franziskusgemeinschaft Pinkafeld

Weihbischof Kuntner war ein Prophet und Mann des Friedens. Als Vorsitzender von Justitia et Pax scheute er sich nicht, u.a. die Apartheid in Südafrika anzuklagen – zu einer Zeit, als in Österreich die offizielle Politik und die Medien sich sehr schwer taten, diese zu verurteilen. Als Missio-Nationaldirektor war es ihm ein besonderes Anliegen, Priesterausbildungsprogramme und christliche Gemeinschaften (sogenannte kleine christliche Gemeinschaften oder Basisgemeinden) durch Ausbildung von Katechistinnen und Katechisten weltweit zu fördern.

 

Bis kurz vor seinem Tod  bereiste er regelmäßig Asien, Afrika und Lateinamerika. Kuntners menschliche und mitfühlende Art – auch in Konflikten – mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umzugehen, bleibt unvergessen – wobei  er auch wusste, das die „Liebe durch den Magen geht“: Er war ein hervorragender Knödel- und Schweinsbraten-Koch, damit konnte er immer wieder seine Missio-Mitarbeiter/innen begeistern.
Hans Gattringer

Für mich und viele aus seinem Glaubensseminar von Wr. Neustadt war Bischof Kuntner ein „Herzbischof“ im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat uns sehr vom Glauben her geprägt. Bischof Florian hatte die Gabe, jeden Einzelnen so zu behandeln, als wäre er (oder sie)  der/die Einzige. Er gab jedem das  Gefühl, ganz wichtig zu sein,  und jeder kann an dem Platz, an den er gestellt wurde, die „Welt“ positiv verändern. Dritte-Welt-Projekte, Fahrtengemeinschaften und das,  was wir im Glaubensseminar jahrelang miteinander geteilt hatten, es in den Pfarren bzw. Kleingruppen zu leben, waren ihm wichtig. Seine Liebe zur Kirche hat er allen vermittelt und auch gelebt.
Eleonore Totter

Wie Bischof Florian die liebende Sorge um die Gemeinden und um eine gerechtere und menschenwürdigere Welt auf seinem Herzensaltar verwandeln ließ, dürfen wir das Kommen des Gottesreiches als Erbe lebendig halten. Dankbar bin ich für sein uns geschenktes Vorbild, dass Vertrauen in die Menschen  wichtig ist, und dass die Sehnsucht nach Erneuerung seiner Kirche zu einer lebendigen und erlösten Gemeinschaft führt.
Diakon Franz Ferstl

Umfrage: Stefan Kronthaler


 

Weihbischof Florian Kuntner geboren am 22. März 1933 in Kirchberg am Wechsel; gestorben am 30. März 1994 in Wien:

 

Von 1969 bis 1987 war er Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald. 1987 wurde er zum Bischofsvikar für Mission und Entwicklungshilfe ernannt.


 

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