Mittwoch 25. Februar 2026
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Eine „doppelte" Berufung

(30.3.204) Dr. Ignaz Hochholzer: Arzt und Priester

Dr. Ignaz Hochholzer leitet im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien-Leopoldstadt die Ambulanz für Akutfälle und Mittellose. Seit sieben Jahren ist er auch Priester.

 

„Ich bin ein Morgenmensch“, stellt Ignaz Hochholzer klar. Bereits um halb fünf läutet sein Wecker, um sechs folgt die Morgenmesse in der Klosterkirche der Barmherzigen Brüder. Weit hat er nicht zu gehen, er wohnt im Krankenhaus. Ab 7 Uhr geht es mit der ärztlichen Arbeit los.

 

Die Ambulanz ist für jene offen, die nicht krankenversichert sind. „Wir sind für alle da“, bestätigt der Arzt. Besonders obdachlose Menschen werden hier behandelt. „Sie haben eine große Hemmschwelle, da sie oft keine Möglichkeit zu einer normalen Körperpflege und Hygiene haben“, weiß Hochholzer. Die wirtschaftliche Krise der letzten Jahre habe den Druck für viele Berufstätige erhöht, viele kommen nun am Abend und in der Nacht in die Ambulanz, um am nächsten Tag wieder arbeiten gehen zu können.


Der 58-jährige Ignaz Hochholzer, das jüngste von acht Kindern, stammt aus einer religiösen Familie im Mostviertel. Im Canisiusheim in Horn maturierte er und begann das Medizinstudium. Seit dieser Zeit ist er mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder verbunden. Ignaz Hochholzer fühlte sich nicht nur zum Arzt, sondern auch zum Priester berufen. Während seiner Zeit als Seminarist arbeitete er weiterhin im Krankenhaus. 2007 wurde er zum Priester geweiht.


Schwer kranken Menschen, die sich die Frage nach dem Warum ihrer Erkrankung stellen, hört Hochholzer einfach zu und versucht, „eine positive Lenkung“ zu geben. Manche Kranke werfen Gott vor, dass sie immer gebetet haben und trotzdem schwer erkrankt sind. „Das Leiden ist letztendlich ein Geheimnis, viele Worte können da eher schaden, als nützen“, weiß der Arzt und Priester. Ein Cousin, der Polizist war, wurde im vergangenen Jahr von einem Wilderer erschossen. Da kommen auch in Hochholzer viele Fragen auf. Tröstlich sei es zu sehen, wie die Nachbarschaft der Familie beistehe.


Ignaz Hochholzers seelsorgliche und ärztliche Kompetenz wird auch von seinen Priesterkollegen genützt. Beim medizinischen „clerical-check“ der Seelsorger führt er immer das Abschlussgespräch. Die Priester zeigen keine gesundheitlichen Auffälligkeiten, bei ihnen ist es so, wie in der gesamten Bevölkerung. „Es gibt sogenannte Gesundheitsapostel, andere wiederum sind von den Wohlstandserkrankungen unserer Zeit betroffen“, bestätigt der Arzt und Priester.    

Stefan Hauser

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