Um der Armut in Wien vorzubeugen und sie effektiv zu bekämpfen, sollte sich die Bundeshauptstadt nach Ansicht der Caritas für nachhaltige Energieberatung engagieren. Die Reform des Wiener Heizkostenzuschusses vor einem Jahr sei dabei schon ein wichtiger Schritt gewesen, sagt Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. Weiterhin steige jedoch die Zahl der Menschen, die „zu Monatsende vor der Frage stehen, ob sie essen oder heizen sollen".
Der finanzielle Druck aufgrund hoher Lebenserhaltungskosten nehme zu, so die Caritas mit Verweis auf den Zulauf zu ihren Einrichtungen zum Essen und Aufwärmen. Als „traurigen Rekord“ bezeichnete Schwertner etwa die knapp 100.000 Menschen, die im vergangenen Jahr eine warme Mahlzeit in der Obdachloseneinrichtung „Gruft“ erhalten haben – 2.000 mehr als im Jahr zuvor. Energiearmut betreffe alle Hilfesuchenden in den Caritas-Sozialberatungen, schließlich werde bereits ein Drittel der ausbezahlten Überbrückungshilfen für offene Energierechnungen aufgewendet.