„Ich bin stolz auf euch und auf das, was ich heute hier gehört habe“, sagte Wiens Bischofsvikar P. Dariusz Schutzki CR am 8. Mai im Pfarrheim der Pfarre Kaiserebersdorf.
Mehr als 100 Pfarrgemeinderatsmitglieder aus dem ganzen Dekanat Wien 11 waren an diesem Abend zur 2. Dekanatsvollversammlung zusammengekommen.
„Ich spüre einen Aufbruch“, sagte Schutzki: „Ihr tragt durch Taufe und Firmung Verantwortung für diesen Weg.“ Der Bischofsvikar lud alle ein, in den Arbeitsgruppen weiterzumachen und bat die Koordinierungsteams um einen Bericht bis Mitte November. Im Hinblick auf die unterschiedliche Pfarrsituation unterstrich Schutzki, „dass keine Pfarre übrigbleiben“ dürfe. Die Pfarren sollten lernen, „aufeinander zu schauen“, betonte der Bischofsvikar: „Ohne Neid, sondern aus Nächstenliebe, wenn es einer Pfarre schlecht geht“.
Fünf Gruppen – zu den Themen Pastoral, Liturgie, Caritas, Finanzen/Ökonomie und Verkündigung – erarbeiteten bei mehreren vorangegangenen Treffen Wegweisendes und Bedenkenswertes. „Die Arbeit dieser fünf Gruppen war „eine Herausforderung und zugleich eine Chance zur Mitgestaltung“, betonte Dechant Christian Maresch. Bauliche und finanzielle Themen prägten die Arbeitsgruppe „Finanzen/Ökonomie“. Grundtenor: „Im Dekanat Simmering ist jede einzelne Pfarre noch ganz gut aufgestellt“. Es gebe „keinen Renovierungs-Stau“. Die Ziele der Arbeitsgruppe: Mehr Zusammenarbeit zwischen den Pfarren.
Mit Grundsätzlichem war die Arbeitsgruppe „Pastoral“ konfrontiert. „Niemand konnte mit ,Mission first‘ und ,Jüngerinnenschulung‘ konkret etwas anfangen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Daher wurden diese Begriffe bei mehreren Treffen mit Leben gefüllt. Gewünscht werden auch hier eine „stärkere Vernetzung“, gemeinsame Pfarrwalllfahrten, ein gemeinsamer Pfarrbrief und eine gemeinsame Homepage.
Auf eine „große Vielfalt an liturgischen Angeboten“ ist die Arbeitsgruppe „Liturgie“ bei ihrer Arbeit gestoßen. Es gebe im Dekanat Simmering bereits „pfarrübergreifende Initiativen“. Es gelte, „Synergien zu finden bei der Öffnung füreinander“, das Dekanat insgesamt sei „beim Zusammenwachsen“. Sorgen machten Fragen u. a. wie: „Wie erreichen wir Ältere, die Jugend, Familien, Fern- und Fernerstehende?“ Anzudenken sei ein sogenanntes „Priester-Sharing“, wenn sich mehrere Pfarren Priester „teilen“. Auszuhalten sei u.a. die Spannung Eucharistie und/ oder Wort Gottes-Feier(n).
Aufschlussreich erwies sich das Nachdenken der Arbeitsgruppe „Caritas“. Während „alte Pfarren“ wie Altsimmerung und Kaiserebersdorf aufgrund der älteren Bevölkerung viele Ehrenamtliche aufweisen, würden „jüngere Pfarren“ um Leute kämpfen, die Zeit haben für eine ehrenamtliche Tätigkeit. Jede Pfarre sollte einen Stützpunkt in Sachen Caritas-Themen haben. Die Pfarren sollten mehr „miteinander“ tun, was schon geschieht, etwa beim „Le+O-Projekt“ („Lebensmittel und Orientierung“). Ein mutiger Vorstoß der Gruppe: „Jede Pfarre soll zehn Prozent vom Pfarr-Budget für Caritas-Anliegen geben."
Den Menschen in die Mitte stellen will die Arbeitsgruppe „Verkündigung“. „Wir dürfen die Menschen vor den Kirchenmauern nicht vergessen“, so eine der Kernaussagen. Feste und Feiern wie Taufen oder Hochzeiten müssten „schön gefeiert“ werden. Wurzeln, aus denen die Verkündigung lebt, seien die Eucharistie, Gebet und Anbetung, Katechese und das Weiterlernen im Glauben. Um die Vielfalt zu vertiefen, schlägt die Arbeitsgrupe einen „Kanzel-Tausch“ vor. So könne jeder Priester im Dekanat reihum in den Pfarrkirchen predigen.
Stefan Kronthaler