Donnerstag 1. Januar 2026
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Keine Embryonen für das Klonen

(26.5.2013) Klon-Versuche sind Totalverzweckung des Menschen kritisieren „aktion leben“ und Moraltheologe Beck

Für ein ausdrückliches Verbot einer jeden Form des Klonens spricht sich die „aktion leben österreich“ aus. Klonen erfülle keinen therapeutischen Zweck, stehe im deutlichen Widerspruch zur Würde des Menschen und sei dank anderer unbedenklicher Möglichkeiten der Stammzellgewinnung auch medizinisch bedeutungslos. Das betonte „aktion leben“-Generalsekretärin Martina Kronthaler anlässlich der Nachrichten über die gelungene Klonierung eines menschlichen Embryos durch ein Forscherteam im US-Bundesstaat Oregon. Dafür wurden Zellkerne aus Hautzellen von Erwachsenen in weibliche Eizellen verpflanzt. Um die sechs Stammzelllinien herstellen zu können, benötigten die Forscher jedoch mehr als 120 Embryonen.


In Österreich sei das Klonen von Menschen nicht eindeutig geregelt, bemängelte Kronthaler. Denn während das Fortpflanzungsmedizingesetz zwar die Erzeugung von Embryonen durch Befruchtung einer Eizelle verbiete, werde das Klonen durch Kerntransfer (wie beim Schaf Dolly) ebenso wenig erfasst wie das Klonen durch Teilung von Embryonen. „Wir fordern die Regierung deshalb erneut auf, ein eindeutiges Verbot jeder Form des Klonens embryonaler Menschen zu beschließen“, betonte Kronthaler.


Gegen Menschenwürde

Das Klonen von menschlichen Embryonen ist ein gravierender Verstoß gegen die Menschenwürde und aus zahlreichen medizinischen und ethische Gründen abzulehnen. Das betonte der in Wien lehrende Moraltheologe Prof. Matthias Beck. Entschieden wandte er sich gegen den beschönigenden Begriff „therapeutisches Klonen“. Dieser sei aus medizinisch-wissenschaftlichen Gründen unhaltbar und in sich widersprüchlich. In Wahrheit sei die Herstellung solcher Klone eine „Totalverzweckung des Menschen und widerspricht daher seiner Würde“. Für den Medizin-Ethiker ist dies ein irreführender Vorwand: „Es gibt kein therapeutisches Klonen. Es gibt  nur ein Klonen von Menschen, bei dem der Embryo dann nach fünf Tagen getötet wird, um ihm die Zellen zu entnehmen.“ Die seit 15 Jahren bestehende Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen habe bis heute keine einzige Therapieform hervorgebracht, unterstrich Beck.     

kap

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