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25.04.2014 · Glaubenswissen

Das Kreuz: Gott erlöst

Lamm Gottes, behauener Sandstein

"Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn." (Röm 8,38f)

Warum musste Jesus qualvoll am Kreuz sterben? Konnte Gott nur auf diese Weise erlösen? Wodurch sind wir erlöst? Wie Erlösung geschieht.

Durch den Kreuzestod Jesu sind wir erlöst. – Mit diesem Satz tun sich viele Glaubende schwer: Ist der Sinn und das Ziel des Lebens Jesu wirklich sein Leiden „für uns“, sein Sterben am Kreuz? Ist der Sohn Gottes nur deshalb Mensch geworden, um durch sein Blut die Menschheit von der Sünde Adams zu erlösen? Zugespitzt gefragt: War es wirklich der Wille Gottes, dass Jesus qualvoll am Kreuz starb? Und: War der blutige Kreuzestod Jesu die Bedingung, dass Gott sich der Menschheit wieder gnädig zuwendet? Wer so denkt, muss sich die Gegenfrage gefallen lassen: Steht diese Auffassung nicht im Widerspruch zur zentralen Botschaft des Lebens Jesu, dass Gott sich bedingungslos zuwendet, dass Gott ohne Vorbedingungen verzeiht?

 

Die bedingungslose Liebe

Heutige Theologie betont, dass Erlösung nicht erst durch den Kreuzestod geschieht, sondern dass bereits das Leben Jesu ganz und gar erlösend war. Denn er lebt und ist das bedingungslose JA Gottes zu den Menschen: In seiner vergebenden, aufrichtenden, befreienden Zuwendung zu allen, besonders zu den Sündern, Schwachen, Ausgegrenzten, ereignete und offenbarte sich die vergebende, aufrichtende, befreiende Zuwendung Gottes zu allen – besonders zu den Sündern, Schwachen, Ausgegrenzten. Wer sich auf dieses Entgegenkommen Gottes in Jesus Christus einließ und einlässt, erfährt das Geschenk des Unbedingt-von-Gott-angenommen-Seins. Entscheidend ist also, dass Jesus nicht nur Weisungen für ein gutes Leben vor Gott und mit den Menschen gebracht hat, sondern Gott selbst: Er ist in Person das erlösende JA Gottes zu uns.

 

Die Feindesliebe Gottes

Wenn Gott die unbedingte Liebe ist, warum dann der Kreuzestod? Die erlösende Gottesbotschaft Jesu provozierte – letztlich tödlichen – Widerstand. Für die Treue zu seiner Sendung bezahlte er mit seinem Leben. Dabei hielt Jesus auch in der Finsternis und Einsamkeit des Todes fest an seinem Vater: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Ps 22,2; Mk 15,34) Zugleich hielt er fest an jenen, die ihn ablehnten: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34) Er reagierte auf Gewalt und Vernichtung mit umso größerer Feindesliebe. Am Kreuz, in der Feindesliebe Jesu, ereignet und offenbart sich die Feindesliebe Gottes. Im Bild gesprochen: Gott hält den Sündern in seinem Sohn die andere Wange hin und macht das Nein gegen Jesus zum JA zu allen Menschen: Diese theologische Tiefendimension des Kreuzestodes Jesu war auf Golgota noch nicht „sichtbar“.

 

Die göttliche Unterschrift

Erst im Licht von Ostern kann das Leben und Sterben Jesu als „Gottesereignis“, als erlösende Offenbarung Gottes verstanden werden. Die Auferweckung ist die „göttliche Unterschrift“, die bestätigt, dass Gottes annehmendes und heilendes JA ausnahmslos jedem Menschen gilt, gerade auch den Sündern, den „Feinden“, jenen, die gegen Gott leben. Und: Dieses JA ist stärker als der Tod.

 

Erlösend ist also nicht das Kreuzesleiden als solches, sondern die bedingungslose Liebe Gottes, die in Jesu Leben, Sterben und Auferstehen ein für allemal und unwiderruflich offenbar geworden ist. In Jesus, seinem Sohn, schenkt Gott sich selbst. In ihm hat Gott sein Herzblut vergossen. Durch die Liebe Gottes, die Jesus „gebracht“ hat, sind alle Verhältnisse auf eine neue Basis gestellt hat. Und: Das JA, das Gott in seinem Sohn zur Welt und den Menschen gesagt hat, gilt zu allen Zeiten und an allen Orten.

 

(36192)

erstellt von: Erhard Lesacher
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Weitere Informationen:

Erlösung und Versöhnung

 

"Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat." (2 Kor 5,19)

 

"Gib, dass die Erlösung, die wir gläubig feiern, in täglichen Werken an uns sichtbar wird."

(Tagesgebet vom Mittwoch der 2. Osterwoche)


 

 

Lesen Sie auch:

 

Gott ist Liebe: Die Dreieinigkeit Gottes

 

Sohn Gottes: Gott schenkt sich selbst

 

Heiliger Geist: Mir näher als ich selbst

 


 

 

 

Der Autor Erhard Lesacher leitet die

Theologischen Kurse

Stephansplatz 3, 1010 Wien

Tel.: +43 1 51552-3703
office@theologischekurse.at

 

 

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