In vielen Fabriken der Feuerwerksindustrie, insbesondere in asiatischen Ländern, ist Kinderarbeit nach wie vor an der Tagesordnung.
In vielen Fabriken der Feuerwerksindustrie, insbesondere in asiatischen Ländern, ist Kinderarbeit nach wie vor an der Tagesordnung.
Hilfsorganisationen appellieren: "Feuerwerk der Nächstenliebe" durch Spenden statt Silvester-Raketen.
15 Euro für eine warme Decke für frierende Syrien-Flüchtlinge statt Silvesterraketen aus Kinderhand: Viele Hilfsorganisationen appellieren vor dem Jahreswechsel zum Verzicht auf Silvesterkracher. Unter dem Motto "Moneten statt Raketen" hat etwa die Caritas dazu aufgerufen, ein "Feuerwerk der Nächstenliebe" zu veranstalten: Statt Geld für Silvesterraketen auszugeben, könne man um wenige Euro Flüchtlingen aus Syrien helfen, die in Flüchtlingslagern in Nahost unter dem Wintereinbruch leiden.
Auch die katholische Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt" appellierte, auf Feuerwerkskörper zu verzichten oder zumindest pyrotechnische Gegenstände aus europäischer Produktion zu kaufen. In vielen Fabriken der Feuerwerksindustrie, insbesondere in asiatischen Ländern, sei nämlich Kinderarbeit nach wie vor an der Tagesordnung.
"Jugend Eine Welt" kritisierte vor allem die Produktionsbedingungen in Indien, dem nach China zweitgrößten Produzenten von Feuerwerkskörpern. Laut der Kinderschutzorganisation Bachpan Bachao Andolan, deren Gründer Kailash Satyarthi in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist, müssen dort sogar schon Fünfjährige mit den für Feuerwerkskörper benötigten gefährlichen chemischen Substanzen hantieren. Staatliche Kontrollen und das Verbot unter 14-jährige Kinder für die Arbeit anzustellen, umgehen die Unternehmer durch Verträge mit Subfirmen, so die Hilfsorganisation. Diese beschäftigen Frauen und Kinder aus armen Familien, die die pyrotechnischen Gegenstände dann zu Hause herstellen.
Hinzukommt das hohe Gesundheitsrisiko durch den direkten Kontakt mit schädlichen chemischen Substanzen und die Gefahr von Feuer und Explosionen. Allein in Indien starben laut "Jugend Eine Welt" im ablaufenden Jahr mindestens 27 Menschen bei Explosionen von Feuerwerksfabriken. 2013 gingen weltweit mindestens acht Fabriken in die Luft.
"Jugend Eine Welt" fördert in Indien zahlreiche Hilfsprojekte der Salesianer Don Boscos, die Kinder und Jugendliche aus missbräuchlichen Arbeitsverhältnissen befreien und ihnen eine Alternative bieten. Eine Grund- und Aufbauschule, ein Reintegrationszentrum für Schulaussteiger sowie ein Berufsausbildungszentrum helfen mit, dass junge Menschen andere Berufe erlernen können und nicht mehr auf die lebensgefährliche Arbeit in der Feuerwerksindustrie angewiesen sind.