Erzbischof Josef Grünwidl begann die Fastenzeit mit der Feier des Aschermittwochs mit zahlreichen Gläubigen im Stephansdom.
Erzbischof Josef Grünwidl feierte den Aschermittwoch im Stephansdom mit Blick auf das Kreuz, als Zeichen des Christentums. In seiner Predigt betrachtete Erzbischof Josef Grünwidl das Kreuz als Gerüst und Grundform für die christliche Existenz. Ausgehend von den Werken des Künstlers Arnulf Rainer, die derzeit im Stephansdom ausgestellt sind, forderte Grünwidl dazu auf „das Kreuz bewusster und neu kennenzulernen.“
„Der Längs- und der Querbalken des Kreuzes geben das Gerüst unserer Existenz vor. Von oben nach unten: Himmel und Erde, Mensch und Gott, sind ja in Jesus Christus verbunden“, so Grünwidl. Der Querbalken des Kreuzes lenke unseren Blick nach links und rechts zu unseren Schwestern und Brüdern. Das Kreuz mit den beiden Balken stehe als Symbol für Einheit, Miteinander und Verbundenheit. Erzbischof Grünwidl machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass Christen und Muslime die Fastenzeit heuer gemeinsam beginnen. Für Christen und Muslime gelte: „Ein Fasten, dass das Herz nicht weitet und öffnet, für Gott und die Menschen, verfehlt sein Ziel. Durch Fasten, Beten und Werke der Nächstenliebe, soll unsere Verbindung zu Gott und zu unseren Mitmenschen, sollen Glaube und Solidarität gestärkt und neu belebt werden.“
Das Kreuz Christi soll uns auch als Wegweiser durch die Fastenzeit hin zum Osterfest dienen. In der Fastenzeit gehe es auch darum die Grundform des christlichen Lebens neu zu entdecken: „Schon in der Taufe wurde das Kreuz als Plus, als Liebeszusage Gottes über unserer Existenz gezeichnet. Schon bevor wir etwas leisten konnten, hat Gott zu uns ‚Ja‘ gesagt.“ Auch wenn wir sterben, ist das Kreuz als Zeichen auf unserem Grab. Das Kreuz sei prägend und bestimmend von der Geburt bis zum Tod, in Freude und Leid. Als Zeichen des Segens und der Erlösung. Erzbischof Grünwidl wünschte den Gläubigen: „Das Kreuz in der Öffentlichkeit sichtbar und hoffentlich auch im Herzen verinnerlicht als Grundform der christlichen Existenz.“