Wiener Erzbischof von Oberrabbiner Engelmayer und IKG-Präsidenten Deutsch empfangen. Gemeinsamer Kampf gegen Antisemitismus ein zentrales Thema der Begegnung.
Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat am Montag, 9. Februar 2026, der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien seinen Antrittsbesuch abgestattet. Er wurde von Oberrabbiner Jaron Engelmayer und IKG-Präsident Oskar Deutsch empfangen. "Wir freuen uns, mit Erzbischof Josef Grünwidl einen sehr starken Partner für den Austausch und das friedliche Miteinander zu haben. Dieses erste Treffen werden wir in der Zukunft vertiefen", zitierte die Erzdiözese Wien im Anschluss an das Gespräch in einer Aussendung Oberrabbiner Engelmayer.
Sehr positiv äußerte sich auch IKG-Präsident Deutsch: "Wir haben über viele wichtige Themen gesprochen, die uns betreffen. Vor allem über den stark steigenden Antisemitismus in Österreich und Europa. Es ist die Rolle der Politik, Zivilgesellschaft und der Religionsgemeinschaften dagegen anzukämpfen. Der Antisemitismus ist eine Gefahr für die Demokratie als Ganzes, die eingedämmt werden muss." Es sei sehr erfreulich, "dass wir uns so schnell nach dem Amtsantritt von Josef Grünwidl treffen und austauschen konnten", so Deutsch.
Grünwidl zeigte sich im Anschluss an das Treffen dankbar für die Begegnung. "Ich sehe es als meine Aufgabe, das Thema Antisemitismus und auch christlich motivierten Antisemitismus nicht aus dem Blick zu verlieren. Ich habe die konkrete Idee, dass wir uns bei den Priestertagen damit beschäftigen, wie wir dem Antisemitismus begegnen und entgegenwirken können", so der Wiener Erzbischof wörtlich. Er sehe Folgetreffen mit den Verantwortlichen des Judentums sehr zuversichtlich entgegen. Zugleich unterstrich Grünwidl die jüdischen Wurzeln des Christentums: "Paulus hat gesagt: 'Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.'"
Vonseiten der Erzdiözese Wien nahmen an dem Gespräch auch Stefan Lorger-Rauwolf, Bereichsleiter von "Kirche im Dialog" im Erzbischöflichen Pastoralamt, und Grünwidls Büroleiterin Nina Sevelda-Platzl teil. Erzbischof Grünwidl sprach auch eine Gegeneinladung in das Wiener Erzbischöfliche Palais aus.