Donnerstag 13. Dezember 2018
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Kardamakis kritisiert "herablassende" Rede über Griechenland

(20.06.2012) Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Kardamakis, fordert die europäische Solidarität ein.

Mehr europäische Solidarität mit Griechenland hat der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Arsenios Kardamakis, eingefordert. Beim Jour fixe des Verbandes Katholischer Publizisten Österreichs am Dienstag, 19. Juni 2012, in Wien sagte der Metropolit, es sei verletzend, wenn von mancher Seite nur mehr herablassend über Griechenland gesprochen werde. Wenn sich Europa als eine große Familie versteht, dann müsse man auch Familienmitgliedern in Not unterstützen.

 

Kirche für die Menschen

Als positives Beispiel würdigte Arsenios in diesem Zusammenhang das Solidaritätsfest "Wir sind alle Griechen", das die griechisch-orthodoxe Kirche am 3. Juni in Wien veranstaltet hatte. Die Veranstaltung habe einen mehr als ansehnlichen Spendenerlös erbracht, der sozialen Projekten in Griechenland zugute kommt, teilte Kardamakis mit.

Von der neuen griechischen Regierung erwartet sich Metropolit Arsenios, dass sie sich mit ganzer Kraft für das Wohl des Volkes einsetzt. Eine Schlüsselrolle in Griechenland komme derzeit der orthodoxen Kirche und ihrer sozialen Arbeit zu. Ohne diese Aktivitäten wäre das Elend der Bevölkerung noch viel größer, unterstrich der Metropolit. In Athen, aber auch in vielen anderen Städten und Orten gebe die Kirche täglich mehr als 100.000 Mahlzeiten aus, so Metropolit Arsenios. Dazu kämen Tausende Nahrungsmittelpakete für verarmte Familien und alte Menschen sowie Hilfestellungen für Waisenhäuser, Altenheime und medizinische Einrichtungen.

 

Verstärktes Bemühen um die Jugend

Als Repräsentant des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel ist Metropolit Arsenios auch Vorsitzender der neu gegründeten orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich. Die Arbeit der Bischofskonferenz laufe zwar gut an, es brauche aber noch bessere Strukturen für die tägliche Arbeit. Da die für Österreich zuständigen orthodoxen Bischöfe bis auf ihn nicht in Österreich residieren, seien die Kommunikationswege oft lang und umständlich. Hier müsse noch eine bessere Lösung für die tägliche Arbeit gefunden werden.

Als wichtige Herausforderungen für die orthodoxe Kirche in den kommenden Jahren nannte der Metropolit einmal mehr die Jugendarbeit, sei es in den Pfarrgemeinden, sei es über den schulischen Religionsunterricht. Dieser werde derzeit von rund 10.000 Schülerinnen und Schülern besucht, so der Metropolit.

 

Ökumene: Ziel bleibt die "volle Einheit"

Zur Ökumene bekräftigte der Metropolit einmal mehr seine Bereitschaft zum Dialog und zur Zusammenarbeit. In Österreich erlebe er das Klima zwischen den Kirchen als besonders gut, und er habe etwa schon in den ersten Monaten seiner Amtszeit sehr gute persönliche Beziehungen zu Kardinal Christoph Schönborn und dem evangelischen Bischof Michael Bünker aufbauen können. Ziel müsse letztlich die volle Einheit aller Kirchen sein, so der Metropolit. Dazu brauche es freilich auch den guten Willen von allen Seiten.

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