Donnerstag 15. Januar 2026
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"Es braucht Mut zum Religionsunterricht"

(17.02.2012) Kardinal Christoph Schönborn erteilte im Stephansdom 11 Religionslehrerinnen und Religionslehrer die Missio canonica.

Karin Hammerl, Andrea Nemec, Birgitta Bydlinski, Martina Samwald, Ulrike Sychrovsky, Izabela Noworyta, Katharina Schenk-Mair, Eva Dienstl, Georg Kola, Katharina Grasi-Jurik und Veronika Srajer wurde bei der Sendungsfeier im Stephansdom am Donnerstag, 16. Februar 2012, die "Missio canonica auf Dauer" erteilt. Damit sind die elf Religionslehrerinnen und -lehrer zum Religionsunterricht berechtigt.

 

In seiner Predigt sprach Kardinal Schönborn über die jesuanische Pädagogik, über "Jesus als Reli-Lehrer": "Jesus bleibt für uns der Meister und seine Jünger werden im Evangelium Schüler genannt." Jesus hatte sozusagen eine Klasse von 12 Schülern, er führte sie drei Jahre lang hin zum Geheimnis des Glaubens. Jesus als Lehrer zeichnete sich vor allem durch Geduld und Zeit aus, er hatte die Gabe zuzuhören und seinen Schülern etwas zuzutrauen: "Auch Sie als Religionslehrer schenken viel Zeit und viel Geduld ihren Schülerinnen und Schülern."

 

Das Nachdenken über das Lehrer-Sein Jesu beschäftige auch die Erzdiözese Wien im laufenden Reformprozess, bei dem nach der "Lebensschule Jesu" gefragt werde, betonte der Kardinal.

 

"Es braucht Mut zum Religionsunterricht"

"Im Allgemeinen genießen unsere Religionslehrer und Religionslehrerin den Ruf, dass sie besonders empathisch sind, dass sie Anteil nehmen an der Welt und an den Interessen der Schülerinnen und Schüler. Und gar nicht selten muten sie ihren Schülern zu, dass sie Position beziehen. Denn wer heute in den Religionsunterricht geht - wer sich also nicht abgemeldet hat - ist in vielen Fällen schon so etwas wie ein Bekenner." Es brauche heute schon Mut - nicht nur den Beruf des Religionslehrers zu wählen - sondern auch den Religionsunterricht zu besuchen.

 

Aus der Oberflächlichkeit in die Tiefe führen

"Jesus, der Reli-Lehrer, macht noch etwas, er korrigiert die viel zu oberflächliche Sicht seiner Schüler", erläuterte Kardinal Schönborn. So musste Jesus seinen Schüler Petrus über das ihm bevorstehende Leiden belehren. "Das ist wahrscheinlich damals das Schwierigste gewesen, und ist es noch heute: Jesus korrigiert und führt auch zu einer Konfrontation." Das Verstehen zu fördern, sei die größte Herausforderung des Religionsunterrichts und dazu brauche es Wissen einerseits und andererseits Einsicht in die Wirklichkeit und konkrete Bedeutung des Lebens.

 

11 Reli-Lehrer - auch die Apostel waren nicht viel mehr

Die relativ kleine Zahl von elf neuen Religionslehrerinnen und -lehrern solle nicht schrecken, so Kardinal Schönborn, auch die Apostel waren nicht viel mehr: Aus einem kleinen Anfang sei dann etwas Großes geworden.

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